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VMF-Präsident Hüni tritt zurück: «Ich übergebe einen gesunden Gewerbeverein»

Nach acht Jahren an der Spitze des Gewerbevereins Münchwilen gibt Präsident Jürg Hüni sein Amt auf nächstes Jahr ab. Dass wird er morgen an der Generalversammlung des VMF kommunizieren. 


27.02.2026 / Jan Isler 

Jürg Hüni wird morgen an der Generalversammlung der Vereinigung Münchwiler Firmen seinen Rücktritt vom Präsidentenamt bekannt geben.

Münchwilen – In Hünis Amtszeit wurden grosse Anlässe organisiert, schwierige Phasen gemeistert und wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Ein Jahr bleibt er noch Präsident, ehe er per GV 2027 ganz aufhört.

Jürg Hüni, morgen geben Sie an der GV nach acht Jahren Ihren Rücktritt als Präsident bekannt. Mit welchen Gefühlen treten Sie ab?

Mit sehr guten Gefühlen. Wir haben jemanden aus den eigenen Reihen, der das Präsidium übernimmt. So kann ich das Amt mit gutem Gewissen weitergeben. Wenn ich meinen Rücktritt angekündigt hätte, und wir hätten niemanden gehabt, wäre das schade gewesen. So freue ich mich, dass eine Nachfolge im Gespräch ist. Wir werden noch ein neues Vorstandsmitglied suchen müssen, weil ich auch aus dem Vorstand ausscheide.

Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt?

Ich habe meinen Rücktritt frühzeitig angekündigt. Insgesamt war ich zwölf Jahre im Vorstand tätig. Mir war wichtig, auf eine ordentliche Amtsdauer zurückzutreten und nicht irgendwann zwischendrin. Wir schauen jeweils frühzeitig, dass genügend Leute vorhanden sind. Mit 62 Jahren, darf und soll man Platz für Neues machen. Besonders, wenn motivierte Nachfolger da sind.

Auf welche Projekte oder Entwicklungen blicken Sie besonders gerne zurück?

Ganz klar auf die beiden Gewerbemessen 2017 und 2022. 2017 war ich Bauchef, 2022 dann OK-Präsident. Beide Anlässe bedeuteten viel Arbeit, aber wir hatten jeweils ein tolles OK und eine super Zusammenarbeit. Das waren echte Meilensteine. Auch der «Tag der offenen Tür» in den Zwischenjahren kam sehr gut an, ebenso die vielen Jahresversammlungen.

Was waren die grössten Herausforderungen während Ihrer Präsidentschaft?

Die Corona-Pandemie war sicher die schwierigste Zeit mit schriftlichen Generalversammlungen und praktisch stillstehendem Vereinsleben. Man hat sich kaum mehr gesehen. Eine grosse Enttäuschung war auch die Abstimmung zum Landtausch Brühl im Herbst 2023. Gemeinde, Parteien und Besitzer standen dahinter, trotzdem wurde die Vorlage abgelehnt. Rückblickend waren wir vielleicht zu sicher. Im ersten Moment tat das schon weh.

Wie hat sich das lokale Gewerbe in den letzten Jahren verändert?

Wir haben aktuell 116 Mitglieder, etwa die Hälfte ist regelmässig aktiv dabei. Diese Zahl ist seit Jahren stabil. Das spricht für den Verein. Was sich aber stark verändert hat, ist der administrative Aufwand. Die Bürokratie nimmt zu, auch wenn oft das Gegenteil versprochen wird. Der Zusammenhalt im Gewerbe ist aber nach wie vor gut.

Wo steht der Gewerbeverein Münchwilen heute?

Ich hinterlasse ganz sicher keinen Scherbenhaufen. Wir haben einen gesunden Verein übernommen von Bruno Wick und ich kann ihn auch wieder so übergeben. Das macht mich zufrieden. Der Zeitpunkt für meinen Rücktritt ist für mich ideal, aber ich bleibe dem Verein verbunden.

Was macht den Verein aus Ihrer Sicht stark?

Ganz klar die 116 Mitglieder und der gute Zusammenhalt untereinander.

Wo sehen Sie noch Potenzial oder Handlungsbedarf?

Man könnte immer noch mehr machen. Wir sagen den Mitgliedern: Wenn etwas ansteht, können wir mit gebündelter Kraft viel erreichen. Aber alle führen nebenbei ihr eigenes Geschäft. Wichtig bleibt, dass wir eine Plattform bieten und den Austausch pflegen. Der Verein ist Sprachrohr nach aussen und sorgt für Sichtbarkeit.

Was wünschen Sie sich für Ihre Nachfolgerin oder Ihren Nachfolger?

Diese Person übernimmt einen coolen Job, ein starkes Team und ein tolles Miteinander. Es macht Freude, dieses Amt auszuüben. Es gab selten Momente, in denen ich dachte «das nervt mich». Ich wünsche mir, dass es genauso weitergeht.

Wie wichtig ist der Zusammenhalt im lokalen Gewerbe in Zukunft?

Sehr wichtig. Vielleicht wichtiger denn je.

Was nehmen Sie persönlich aus Ihrer Zeit als Präsident mit?

Viele tolle Erinnerungen und sehr gute Kontakte.

Bleiben Sie dem Gewerbeverein weiterhin verbunden – und wenn ja, in welcher Form?

Auf jeden Fall als Mitglied mit meiner Schreinerei. Und wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird – etwa bei einem OK – stehe ich gerne zur Verfügung. Solche Anlässe schweissen zusammen. Ich gehe nicht im Groll. Morgen gebe ich meinen Rücktritt bekannt, und an der GV 2027 wird dann die neue Person definitiv übernehmen.

Wer wird Ihre Nachfolge antreten?

Das kann ich noch nicht verraten. Aber es wird bald in der REGI Die Neue zu lesen sein.

Gibt es etwas, das Sie rückblickend anders machen würden?

Eigentlich nicht. Höchstens bei den Vorarbeiten zum Landkauf. Da waren wir uns zu sicher. Sonst würde ich alles wieder gleich machen.

Was möchten Sie den Mitgliedern zum Abschied mit auf den Weg geben?

Ein Jahr müssen sie mich ja noch ertragen (lacht). Aber ich hoffe, sie behalten mich in guter Erinnerung. Ich wünsche mir, dass sie weiterhin innovativ bleiben und mit Freude dabei sind. 

Von spontanen Partys zum eigenen Eventlabel

Zwei Münchwiler Freunde, eine Idee und viel Bewegung in der Ostschweizer Partyszene.


22.02.2026 / Jan Isler 

MünchwilenAls Dario Muff (21) aus St. Margarethen und Simon Dörig (21) aus Münchwilen als Jugendliche begannen, selbst Partys zu organisieren, hatten sie noch keine Ahnung davon, wie gross die Sache einmal werden würde. Ausgangspunkt war eine persönliche Beobachtung: In Wil und Umgebung fehlten Veranstaltungen, die sich an ein junges Publikum richteten und musikalisch neue Strömungen aufgriffen. «Es gab schlicht kaum Events, die uns interessiert haben», sagt Simon Dörig. Besonders im Bereich moderner Hip-Hop-, Trap- und Clubmusik habe es kaum öffentliche Angebote gegeben. Der Gedanke, selbst aktiv zu werden, entwickelte sich schrittweise und zunächst ohne offiziellen Rahmen.

Erste Erfahrungen ausserhalb etablierter Strukturen

Die ersten Anlässe fanden informell statt, etwa an abgelegenen Orten wie dem Rosentaler Weiher oder in der Scheune von Simon’s Oma in Münchwilen. Musik, Aufbau und Aufräumen organisierten die beiden eigenständig. «Wir haben gemerkt, dass viele Leute kommen und dass ein Bedürfnis da ist», sagt Dario Muff. Diese frühen Erfahrungen legten den Grundstein für spätere, strukturiertere Veranstaltungen. Der Wunsch, ein öffentlich zugängliches Event zu organisieren, wurde zunehmend konkreter.

Der Einstieg ins Gare de Lion

Schliesslich suchten die beiden den Kontakt zum Gare de Lion in Wil. Dort stiessen sie mit ihrer Idee auf Interesse. Auch seitens des Lokals bestand der Wunsch, jüngere Zielgruppen anzusprechen. Am 6. Januar 2024 fand der erste offizielle Event statt: eine 2010er-Party. Der Abend zog viele Besucherinnen und Besucher an. Insgesamt wurden knapp 300 Tickets verkauft. Für die beiden Organisatoren kam dieser grosse Zuspruch überraschend. «Wir sind ohne klare Erwartungen hineingegangen», sagt Muff. Der Erfolg führte dazu, dass weitere Veranstaltungen im gleichen Rahmen im Frühling und Herbst folgten. Parallel dazu professionalisierten die beiden ihre Organisation: Website, Name, Ticketing und Marketing wurden eigenständig aufgebaut. Der Name Partyspot ergab sich pragmatisch aufgrund der verfügbaren Internetdomain.

Entwicklung des musikalischen Profils

Mit zunehmender Erfahrung begannen Muff und Dörig, ihr Angebot stärker zu differenzieren. Während die 2010er-Partys ein breites Publikum ansprachen, brachte Simon Dörig gezielt seine Affinität zu neuer Rap- und Trapmusik ein. Am 13. Dezember 2024 wurde im Gare de Lion erstmals ein reiner Trap-Event durchgeführt. Trotz der Nischenorientierung fand auch dieser Anlass Anklang. Auffällig war dabei, dass Gäste nicht nur aus der Region, sondern auch aus anderen Teilen der Schweiz und dem benachbarten Ausland anreisten.

Unterbruch und Neuausrichtung

Anfang 2025 unterbrachen beide ihr Engagement vorübergehend aufgrund der Rekrutenschule. In dieser Phase war offen, wie es mit Partyspot weitergehen würde. Nach dem Militärdienst entschieden sie sich jedoch für eine Weiterführung – allerdings mit erweitertem Fokus. In St. Gallen organisierten sie erstmals Ü18-Veranstaltungen in der Grabenhalle, darunter die Nostalgia Party im April 2025. Die gesamte Abwicklung, von Einlass über Sicherheit bis zur Bezahlung, lag erneut in ihren Händen. Gleichzeitig entstand mit Legacy ein zweites Projekt, das sich ausschliesslich auf das Musikgenre Trap und Rapmusik konzentriert. Die Skepsis gegenüber diesem Genre war spürbar, doch die Veranstaltungen zeigten, dass auch dafür ein Publikum existiert.

Schritt in grössere Städte

Der erste Legacy-Event ausserhalb der Region fand am 4. Oktober 2025 im Komplex Klub Zürich statt. Die Resonanz fiel positiv aus, weitere Veranstaltungen – unter anderem im Plaza Zürich – folgten. Besucherinnen und Besucher reisten teils aus entfernten Regionen an. Partyspot und Legacy entwickelten sich parallel weiter: Während Partyspot stärker regional verankert blieb, diente Legacy als Plattform für spezialisiertere Musikformate.

Organisation und Haltung

Finanziell arbeiten die beiden Freunde zurückhaltend. Einnahmen werden grösstenteils in neue Veranstaltungen investiert. Beide betonen, dass sie ihr Engagement nicht primär als Geschäft verstehen, sondern als langfristiges Projekt. Entscheidend sei, dass Veranstaltungen sorgfältig umgesetzt würden und das Publikum ernst genommen werde.

Rückkehr an den Anfang

Am 7. März kehrt Partyspot nun ins Gare de Lion in Wil zurück. Der Event ist ab 18 Jahren und knüpft inhaltlich an die frühen Anlässe an – mit einer 2010er-Party. Nach rund eineinhalb Jahren mit Events in verschiedenen Städten soll damit bewusst wieder ein Akzent in der Region gesetzt werden. Für die Münchwiler Jungs schliesst sich damit ein Kreis: zurück an den Ort, an dem ihre Idee erstmals öffentlich Gestalt angenommen hat.

Die Gründer von Partyspot, Dario Muff (links) und Simon Dörig, sowie Eindrücke von ihren Events.

Sirnach wird ein Schwingfest mit Millionenbudget

Hinter dem sportlichen Grossanlass steckt ein Budget von über einer Million Franken. OK-Finanzchef Mathias Keller und sein Team sorgen dafür, dass Infrastruktur, Festwirtschaft und Organisation solide finanziert sind.


20.02.2026 / Jan Isler 

MünchwilenVom 1. bis 3. Mai wird die Gemeinde zum Zentrum des Schwingsports. Das 120. Thurgauer Kantonale Schwingfest lockt Sportler, Fans und Gäste aus der ganzen Region an. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen seit Monaten auf Hochtouren. Auch im Bereich Finanzen. Verantwortlich dafür ist das OK-Mitglied Finanzen, Mathias Keller. Zum Organisationskomitee stiess Keller eher zufällig. Über seinen Cousin Roman Haag kam 2009 der erste Kontakt zustande. Eigentlich wollte er damals ans Eidgenössische Schwingfest, musste dann jedoch einen Arbeitseinsatz leisten. Dabei lernte er verschiedene Personen aus der Schwingerszene kennen und wurde angefragt, künftig mitzuhelfen. Als Turner und Leichtathlet war ihm die Mitarbeit an einem Sportgrossanlass ohnehin sympathisch. Heute kommt ihm zudem seine berufliche Tätigkeit als Leiter Firmenkunden Ostschweiz bei Raiffeisen Schweiz zugute. «Erfahrung aus früheren Anlässen sei fast noch wertvoller als reine Zahlenkenntnis», betont Keller.

Budget von über einer Million Franken

Das Budget für das Kantonale Schwingfest bewegt sich in einer Grössenordnung von gut einer Million Franken. «Ein Budget ist immer mit Vorsicht zu geniessen», sagt Keller. Ein zentraler Kostentreiber ist das Festgelände auf der grünen Wiese. Die Infrastruktur muss praktisch komplett neu erstellt werden. Geplant sind unter anderem zwei grosse Festzelte sowie drei Tribünen mit insgesamt 3’300 Sitzplätzen. Der Baubereich verursacht die höchsten Kosten. Entlastung bringt die Zusammenarbeit mit der Raiffeisenbank Regio Sirnach, mit der gewisse Baukosten geteilt werden können. Diese nutzt das Festzelt nämlich eine Woche früher im Rahmen ihrer 125-Jahre-Jubiläumsfeier.

Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht

Auf der Ertragsseite bilden drei Posten die tragenden Säulen: Ticketverkäufe, Festwirtschaft und Sponsoring. Demgegenüber stehen Baukosten und Aufwendungen für den Gabentempel und die Verpflegung. Ein grosser Gewinn ist nicht budgetiert. Vielmehr hofft das OK, den Anlass solide abzuschliessen und den mithelfenden Vereinen eine grosszügige Entschädigung auszahlen zu können. «Ohne Sponsoren und Gönner wäre ein Fest dieser Grössenordnung nicht realisierbar. Die Sponsoringeinnahmen tragen wesentlich dazu bei, die aufwendige Bauinfrastruktur zu finanzieren. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön», sagt Keller. Wie erfolgreich das Fest am Ende abschneidet, hängt auch vom Wetter ab.

Faire Preise für die Besucher

Bei der Preisgestaltung setzt das OK bewusst auf ein moderates Niveau. «Der Schwingerfan erwartet faire Preise», so Keller und ergänzt: «De Lutz darf nicht mehr als sechs Franken kosten. Mineralwasser oder Bier bewegen sich im selben Bereich». Trotz Fanfreundlichkeit müsse alles sauber kalkuliert sein, denn am Ende des Tages muss die Kasse stimmen.

Modernes Bezahlsystem am traditionellen Anlass

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Zahlungsverkehr. Obwohl das Schwingen tief in der Tradition verankert ist, setzt das Fest organisatorisch auf moderne Lösungen. Rund 1000 Bankettplätze sowie weitere 2000 Plätze in den Zelten müssen über die Mittagszeit effizient verpflegt werden. Zur Entlastung des Bestellpersonals ist ein System mit Tischnummern und QR-Codes geplant. Gäste scannen den Code, bestellen Menüs digital und bezahlen per Twint oder online. Anschliessend bringt eine «Armada» von Helfenden das Essen direkt an den Tisch. Dieses System habe sich bereits an anderen NOS-Anlässen bewährt. Sämtliche Verkaufsstellen arbeiten bargeldlos. Mit Twint, EC-, Kreditkarten sowie Apple Pay oder Google Pay. Bargeldliebhaber können ihre Noten auf Wertkarten laden und sich allfällige Restguthaben am Ende des Tages wieder bar auszahlen lassen. Das reduziert Bargeldbestände auf dem Festgelände, erhöht die Sicherheit und beschleunigt Abläufe. Auch Helferinnen und Helfer erhalten Konsumationskarten.

Viel Arbeit und grosse Vorfreude

Administrativ stehen noch zahlreiche Aufgaben an: Rechnungen müssen eingefordert, Mehrwertsteuerfragen geklärt und Abrechnungen erstellt werden. Dafür wurde eigens ein Verein gegründet, damit der Schwingerverband Hinterthurgau organisatorisch entlastet ist. Trotz des grossen Aufwands überwiegt die Vorfreude. «Es darf in grossen Schritten vorwärtsgehen, auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt», sagt Keller. Der Austausch im OK funktioniere hervorragend und alle Beteiligten sind engagiert dabei. Ein grosser Dank gilt bereits jetzt den zahlreichen Sponsoren und Unterstützern aus dem regionalen Gewerbe. «Man spürt, wie stark der Schwingsport verankert ist und wie viele Unternehmen mit Herzblut dahinterstehen.» Wenn Anfang Mai die Bösen ins Sägemehl steigen, soll in Sirnach nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch alles bereit sein. Solide finanziert und getragen vom Hinterthurgau. 

«Erfahrung aus früheren Anlässen sei fast noch wertvoller als reine Zahlenkenntnis», sagt OK-Finanzchef Mathias Keller. 

Der Thurgauer Regierungsrat äussert Kritik 

Eigentlich übt sich der Thurgauer Regierungsrat bei nationalen Abstimmungen in Zurückhaltung. Nicht so im Vorfeld der Abstimmung zur Individualbesteuerung.


16.02.2026 / Jan Isler 

Münchwilen – Am 8. März 2026 stimmen die Schweizer Stimmberechtigten über die Einführung der Individualbesteuerung auf Bundesebene ab. Hintergrund ist ein ergriffenes Kantonsreferendum, an dem sich neben dem Kanton Thurgau neun weitere Kantone beteiligt haben. Der Thurgauer Regierungsrat empfiehlt die Vorlage zur Ablehnung und teilte dies am vergangenen Freitag an einer Medienkonferenz mit. Zwar unterstützt die Kantonsregierung grundsätzlich das Ziel, die sogenannte Heiratsstrafe auch auf Bundesebene abzuschaffen. Dies soll aus ihrer Sicht jedoch unbürokratisch erfolgen und keine negativen Auswirkungen auf die Kantone nach sich ziehen. Die nun vorliegende Vorlage zur Individualbesteuerung würde hingegen einen umfassenden Umbau der bestehenden Steuersysteme von Bund und Kantonen erfordern. Nach Einschätzung des Regierungsrates käme die Annahme der Vorlage einem komplexen Totalumbau der 26 kantonalen Steuersysteme gleich. Dies würde nicht nur einen erheblichen administrativen Mehraufwand, sondern auch massive Mehrkosten verursachen – ohne entsprechenden Zusatznutzen. Zudem rechnet die Kantonsregierung mit Steuerausfällen bei Bund und Kantonen.

Kritik auch am inhaltlichen Ansatz

Inhaltlich überzeugt die vorgeschlagene Lösung den Regierungsrat ebenfalls nicht. Zwar würde die heute beim Bund noch bestehende steuerliche Benachteiligung von Doppelverdiener-Ehepaaren beseitigt. Gleichzeitig würden jedoch Einverdiener-Ehepaare schlechter gestellt. Damit würde eine bestehende Ungleichbehandlung durch eine neue ersetzt – und dies nicht nur auf Bundes-, sondern auch auf Kantons- und Gemeindeebene. Die Kantone hätten die Heiratsstrafe bereits vor Jahren mit verschiedenen Instrumenten weitgehend abgeschafft, etwa mit Splittingverfahren oder Doppeltarifen. Aus Sicht des Regierungsrates sollte der Bund auf diese bewährten Modelle zurückgreifen, statt ein neues, komplexes System mit ungewissen Folgen einzuführen. Das Thurgauer Steuermodell sei «zu 100 Prozent gerecht» und in der Mehrheit der Kantone bereits im Einsatz.

Erhebliche finanzielle Auswirkungen befürchtet

Neben systematischen und inhaltlichen Einwänden führt der Regierungsrat auch finanzielle Gründe ins Feld. Allein die Umstellung des Systems würde für Kanton und Politische Gemeinden direkte IT- und Personalkosten in zweistelliger Millionenhöhe verursachen. Hinzu kämen indirekte Kosten für Gesetzesanpassungen sowie die Umschulung von mehreren hundert Mitarbeitenden. Durch zusätzlich rund 65'000 Steuerdossiers müssten laut Finanzdirektor Urs Martin dauerhaft etwa 30 neue Stellen geschaffen werden. Dies würde wiederkehrende Mehrkosten von rund fünf Millionen Franken pro Jahr bedeuten.

Folgen über das Steuerrecht hinaus

Der Regierungsrat weist zudem darauf hin, dass die Vorlage Auswirkungen auf zahlreiche weitere Rechtsgebiete hätte. Da viele staatliche Leistungen auf dem steuerbaren Einkommen basieren, könnte die Individualbesteuerung ohne zusätzliche Gesetzesanpassungen Mehrkosten in Milliardenhöhe auslösen. Betroffen wären unter anderem Sozialhilfe, Prämienverbilligungen, Ergänzungsleistungen, KITA-Beiträge, Musikschultarife oder Stipendien. Auch die Konferenz der kantonalen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren (FDK) lehnt die Vorlage ab und hatte den Kantonen empfohlen, das Referendum zu ergreifen. 

Regierungsrat Urs Martin und Generalsekretär des Departementes für Finanzen und Soziales, Nathanael Huwiler, begründen an der Medienkonferenz die Ablehnung der Individualbesteuerung.

Die schönsten Bilder der Sirnacher Fasnacht bei uns im Blatt

Die SiFA brachte mit Umzügen, Guggen, Konzerten und Partys farbenfrohes Treiben und beste Stimmung ins ganze Dorf – von der Eröffnung bis zum «Füürlizapfe».


14.02.2026 / Jan Isler 

«Der Gemeinderat arbeitet für die Bevölkerung»

Am 30. November wurde Andreas Buschauer in den Gemeinderat gewählt. Seitdem ist er für das Ressort Bau und Werke verantwortlich und hat sich in den ersten Wochen intensiv in die vielfältigen Dossiers eingearbeitet.


12.02.2026 / Jan Isler 

Tobel-Tägerschen - Mit der Wahl vom 30. November hat Andreas Buschauer Einsitz im Gemeinderat von Tobel-Tägerschen genommen. Der Einstieg ins Amt erfolgte unmittelbar: Bereits kurz nach der Wahl nahm er an seinen ersten Sitzungen sowie an der Gemeindeversammlung teil. In seinem Ressort Bau und Werke befasst er sich unter anderem mit Infrastruktur-, Bau- und Versorgungsfragen. Themen, die für die Entwicklung der Gemeinde von zentraler Bedeutung sind.

Andreas Buschauer, sie sind neu in den Gemeinderat gewählt worden. Wie haben Sie die ersten Wochen in Ihrem neuen Amt erlebt?

Sehr spannend. Ich wurde am Sonntag gewählt und sass bereits am Montag in meiner ersten Gemeinderatssitzung inklusive der kurz darauffolgenden Gemeindeversammlung. Dank der grossen Unterstützung der Verwaltung sowie meiner Kolleginnen und Kollegen bin ich sehr gut gestartet.

Was hat Sie motiviert, das Ressort Bau und Werke zu übernehmen?

Als neues Ratsmitglied übernimmt man das freie Ressort. Mich hat Bau und Werke aber auch persönlich angesprochen, da ich als Projektleiter beruflich mit ähnlichen Themen zu tun habe. Gleichzeitig bietet mir das Ressort die Chance, neue Bereiche kennenzulernen und im direkten Austausch mit Bevölkerung und Fachstellen zu stehen.

Welche Themen haben aktuell Priorität?

Im Vordergrund stehen das Geschäft Postacker sowie die Entwicklungen im Strombereich. Neue Verrechnungsmodelle und die Netzentwicklung bringen anspruchsvolle Herausforderungen mit sich.

Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf?

Vor allem bei verschiedenen Reglementen, die nicht mehr ganz den heutigen Gegebenheiten entsprechen und derzeit überarbeitet werden. Viele Projekte wirken zudem langfristig auf die Gemeindeentwicklung.

Welche Ziele haben Sie für Ihre erste Amtszeit?

Da meine erste Amtszeit bereits 2026 endet, liegt mein Fokus auf einer fundierten Einarbeitung, dem Kennenlernen aller Schnittstellen und der vertieften Arbeit an den Dossiers. Auch mit Blick auf eine mögliche weitere Amtszeit.

Wie gestalten Sie die Zusammenarbeit im Gemeinderat und mit der Verwaltung?

Offen, konstruktiv und auf Augenhöhe. Ein wertschätzender Austausch. Gern auch mit einer Prise Humor – ist mir sehr wichtig.

Wie wichtig ist Ihnen die Kommunikation mit der Bevölkerung?

Sehr wichtig. Gerade bei Bauprojekten ist ein früher Dialog zentral. Offene Gespräche erleichtern vieles und helfen, Projekte reibungslos umzusetzen.

Welche Projekte beschäftigen Sie besonders?

Die rege Bautätigkeit und das Wachstum der Gemeinde stellen hohe Anforderungen an die Planung der Werke. Insbesondere im Hinblick auf Kostenbewusstsein und Effizienz.

Was bringen Sie aus Ihrem beruflichen Hintergrund mit?

Strukturierte Arbeitsweise, Planungskompetenz sowie ein ausgeprägtes Kosten- und Qualitätsbewusstsein.

Ihre Botschaft an die Bevölkerung von Tobel-Tägerschen?

Ich stehe für eine Politik des Zuhörens. Der Gemeinderat arbeitet für die Bevölkerung. Ein aktiver Dialog und die Teilnahme an Gemeindeversammlungen sind dafür zentral.

Andreas Buschauer lebt in Tobel-Tägerschen. 

WILWEST: «Einen Plan B gibt es nicht»

Am Montagmorgen haben Vertreter der Kantone St.Gallen und Thurgau an einer Medienkonferenz erneut für das Entwicklungsgebiet WILWEST geworben. Am 8. März 2026 wird im Kanton St.Gallen abgestimmt.


06.02.2026 / Jan Isler 

Hinterthurgau - WILWEST ist als grosses, nachhaltiges Wirtschaftsareal westlich von Wil geplant und wird von den beiden Kantonen sowie 22 Gemeinden getragen. Ziel ist es, zukunftsfähige Unternehmen in der Region anzusiedeln und bestehende Betriebe zu halten. Der St.Galler Regierungspräsident Beat Tinner betonte an der Medienkonferenz, es gehe nicht allein um Steuerfragen, sondern vor allem um gut erschlossene Flächen mit Entwicklungspotenzial. Auf dem Areal sei eine erhebliche Wertschöpfung möglich.

Neuer Urnengang nach Nein im Jahr 2022

Bereits 2022 hatte die St.Galler Stimmbevölkerung einen Sonderkredit von 35 Millionen Franken für die Arealentwicklung überraschend abgelehnt. Nun kommt es erneut zu einer Abstimmung. Diesmal jedoch über eine andere Vorlage. Am 8. März 2026 entscheidet die Bevölkerung über den Verkauf von rund 125’000 Quadratmetern Land des Kantons St.Gallen an den Kanton Thurgau sowie über die Kompensation von Fruchtfolgeflächen. Die betroffenen Grundstücke liegen mehrheitlich auf Thurgauer Boden, gehören jedoch zum ehemaligen Gutsbetrieb der Klinik Wil und damit dem Kanton St.Gallen. Mit dem Verkauf würde die Federführung des Projekts an den Kanton Thurgau übergehen.

Kritik am Verkaufspreis – Regierung hält dagegen

Gegner des Projekts kritisieren insbesondere den Verkaufspreis der Grundstücke. Dieser sei zu tief angesetzt. Der St.Galler Finanzdirektor Marc Mächler widersprach dieser Darstellung an der Medienkonferenz. Der Preis von 20,3 Millionen Franken für das unerschlossene Bauland sei durch zwei externe Gutachten ermittelt worden und entspreche dem Marktwert. Vom Verkaufserlös gehen jedoch Abzüge weg: 2,3 Millionen Franken für die Mehrwertabgabe sowie 7,5 Millionen Franken für die Kompensation der Fruchtfolgeflächen. Netto verbleiben dem Kanton St.Gallen rund 10,4 Millionen Franken. Zusätzlich profitiere der Kanton langfristig von neuen Arbeitsplätzen, Zuzügen und höheren Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen. Dass die Unternehmenssteuern an den Kanton Thurgau fliessen würden, sei von Beginn weg Teil der Planung.

«Plan B gibt es nicht»

Die Bedeutung der Abstimmung unterstrich Regierungspräsident Beat Tinner mit klaren Worten. Ein erneutes Nein würde faktisch das Aus für WILWEST bedeuten. «Einen Plan B gibt es nicht», sagte er. Ohne Zustimmung fehle dem Projekt die politische Legitimation für eine Weiterführung. Auch der Thurgauer Regierungsrat Dominik Diezi warnte vor den Folgen einer Ablehnung. Ein Nein wäre ein schlechtes Signal für die interkantonale Zusammenarbeit und für die Standortattraktivität der gesamten Region. Jahrelange Planungsarbeit würde zunichtegemacht, und die Ostschweiz verliere weiter an Boden im Wettbewerb um Unternehmen und Fachkräfte. «Bei einem Nein gibt es auch kein Autobahnanschluss.», so Regierungsrätin Susanne Hartmann.

Nachhaltigkeit stärker gewichtet

Seit der gescheiterten Abstimmung im Jahr 2022 wurde das Projekt weiterentwickelt. Laut ihr ist WILWEST heute deutlich nachhaltiger. Die Flächenausnutzung wurde verbessert, die Versiegelung reduziert und sowohl Autoverkehr als auch Parkplatzangebot verkleinert. Eine unabhängige Zertifizierung bestätigt den Nachhaltigkeitsanspruch des Projekts. Mit der Bündelung der Landreserven von 22 Gemeinden an einem Ort soll zudem die Zersiedelung gebremst werden. Die für das Projekt beanspruchte Landwirtschaftsfläche wird vollständig kompensiert, zusätzlich wertet der Kanton St.Gallen freiwillig weitere 4,7 Hektaren auf. Insgesamt bleibe damit mehr Landwirtschaftsfläche erhalten als ohne WILWEST, betonte Tinner.

Entscheid am 8. März 2026

Über den Verkauf der Grundstücke und die Kompensation der Fruchtfolgeflächen entscheidet die St.Galler Stimmbevölkerung am 8. März 2026. Regierung und Kantonsrat sprechen sich mit grosser Mehrheit für die Vorlage aus. Für die Projektträger ist klar: Die Abstimmung wird richtungsweisend für die wirtschaftliche Entwicklung der Region Wil und der gesamten Ostschweiz.

Beat Schwarz, Marc Mächler, Susanne Hartmann, Beat Tinner und Dominik Diezi (von links) informierten über die Vorlage und die bevorstehende Abstimmung.

Dienstpflicht bis 40: Das bedeutet die Gesetzesänderung für die Zivilschutzorganisation Hinterthurgau

Ab 2026 dauert die Zivilschutzpflicht in der Schweiz für alle Wehrpflichtigen bis zum 40. Altersjahr. Für den Zivilschutz Hinterthurgau bringt die Anpassung mehr Erfahrung, höhere Stabilität aber auch neue Herausforderungen im Führungsalltag.


30.01.2026 / Jan Isler 

Hinterthurgau – Mit dem Entscheid des Bundesrates wird die Zivilschutzpflicht per 1. Januar 2026 vereinheitlicht. Die bisherige Altersgrenze von 36 Jahren für Mannschaft und Unteroffiziere entfällt. Neu endet die Pflicht erst mit dem Ende des Jahres, in dem das 40. Altersjahr erreicht wird. Ziel ist es, die seit Jahren angespannte Personalsituation im Zivilschutz zu entschärfen.

«Die Dienstpflicht an sich ändert sich nicht»

Für die betroffenen Angehörigen des Zivilschutzes bleibt die Gesamtdauer der Dienstpflicht gleich. «Grundsätzlich bleibt alles beim Alten: 14 Dienstjahre beziehungsweise 245 Diensttage ab der Grundausbildung», erklärt Fabio Tornese vom Zivilschutz Hinterthurgau. Die praktische Wirkung der Gesetzesänderung sei dennoch erheblich. «Viele absolvieren die Grundausbildung nicht mit 20, sondern erst mit 25 oder 26 – etwa wegen Studium oder Einbürgerung. Nach der alten Regelung wären diese Personen bereits mit 36 entlassen worden. Neu müssen auch sie ihre vollen 14 Dienstjahre leisten und erreichen die Entlassung erst mit 40.»

Mehr erfahrene Kräfte im Einsatz

Für die Zivilschutzorganisation Hinterthurgau bringt die Verlängerung spürbare Vorteile. «Wir können länger auf erfahrene Einsatzkräfte zählen», sagt Tornese. «Das sorgt für mehr personelle Stabilität und eine höhere operative Qualität.» Gerade in komplexen Einsatzlagen sei Erfahrung ein entscheidender Faktor. Gleichzeitig steige aber auch der Koordinationsaufwand. «Führung, Planung und Einsatzorganisation müssen noch sorgfältiger erfolgen, weil mehr Leute länger im System bleiben.» Insgesamt überwiegen für Tornese die positiven Effekte: «Die Einsatzfähigkeit wird gestärkt, ohne dass der laufende Betrieb grundsätzlich verändert werden muss.»

Notwendige Reaktion auf den Personalmangel

Aus Sicht des Kommandanten war die bisherige Altersgrenze nicht mehr zeitgemäss. «Der Zivilschutz leidet seit Jahren unter Personalmangel», betont er. Gründe seien der demografische Wandel, kleinere Jahrgänge und steigende Anforderungen bei Krisen, Naturereignissen und Grossschadenslagen. «Die Verlängerung ist notwendig, um genügend erfahrene Kräfte im System zu halten und die Sicherheit der Bevölkerung weiterhin gewährleisten zu können.» Die zusätzlichen Jahrgänge wirken dabei als Sicherheitsreserve. «Sie wirken wie ein Puffer gegen akuten Personalmangel, stabilisieren die Bestände und sichern wertvolle Erfahrung», so Tornese. «Das strukturelle Problem lösen sie aber nicht dauerhaft.»

Akzeptanz trotz Mehrbelastung

Mit breiter Ablehnung rechnet Tornese nicht. «Akzeptanz besteht dort, wo eine Massnahme als notwendig, fair und verhältnismässig wahrgenommen wird – und genau das ist hier der Fall.» Besonders betroffen seien Männer zwischen 36 und 40 Jahren. «Viele stehen in dieser Phase mitten im Berufsleben oder haben familiäre Verpflichtungen. Trotzdem ist das Verständnis in der Regel vorhanden.» Neue Herausforderungen entstehen vor allem in Führung und Ausbildung. «Wir haben künftig eine grössere Altersspanne. Von 20 bis 40 Jahren», erklärt Tornese. «Das erschwert die Führung.» Ältere Dienstleistende brächten zwar wertvolle zivile Fachkompetenzen mit, «akzeptieren aber hierarchische Milizstrukturen nicht immer gleich selbstverständlich».

Kurzfristig wirksam, langfristig begrenzt

Langfristig sieht er die Gesetzesänderung eher als Übergangslösung. «Die Verlängerung verteilt die Last auf dieselben Personen, statt neue Zielgruppen zu erschliessen.» Dennoch seien die Vorteile klar: «Die Massnahme ist sofort wirksam, administrativ einfach, kostengünstig und stabilisiert die Bestände rasch – ganz ohne neue Strukturen aufzubauen.» Der Zivilschutz Hinterthurgau kann seinen gesetzlichen Auftrag weiterhin erfüllen. «Aktuell zählen wir 280 Angehörige des Zivilschutzes», sagt Tornese. Bei Grossereignissen oder Katastrophen sei man jedoch weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Die Verlängerung der Dienstpflicht sei deshalb ein wichtiger Schritt.

Junges Engagement in der Kirchenvorsteherschaft Sirnach

Mit gerade einmal 28 Jahren ist Yanick Hofmann Mitglied der Kirchenvorsteherschaft der Evangelisch-reformierten Kirche Sirnach. Vor knapp einem Jahr wurde er in das Gremium gewählt.


27.01.2026 / Jan Isler 

Sirnach – Schon länger verspürte Yanick Hofmann den Wunsch, sich auf kommunaler Ebene zu engagieren. Für die klassische Politik habe ihm jedoch die Geduld gefehlt, sagt er rückblickend. Der Weg zur Kirche ergab sich zunächst ganz pragmatisch: Gemeinsam mit einem Kollegen begann er wieder regelmässig Gottesdienste zu besuchen. «Man zahlt Kirchensteuern, und ich merkte, dass man aus der Kirche oft mit mehr Frieden hinausgeht, als man hineingegangen ist», erzählt Hofmann. Schliesslich wurde er von Stefan Wohnlich angefragt, ob er sich eine Mitarbeit in der Kirchenvorsteherschaft der Evangelisch-reformierten Kirche Sirnach vorstellen könne – insbesondere im Ressort Liegenschaften. Seine berufliche Tätigkeit auf dem Bau sowie seine fachliche Nähe zu baulichen Themen spielten dabei eine entscheidende Rolle. Auch seine persönliche Verbindung zur Kirche reicht weit zurück: Er und sein Bruder wurden in der reformierten Kirche konfirmiert, zudem prägte ihn die Zeit im Jugendkafi «Underground». Über den Buddhismus fand Hofmann später erneut einen bewussten Zugang zum Glauben. «Mir gibt das sehr viel. Vor allem Ruhe und Frieden.»

Basisdemokratie, die überzeugt

Vor dem Gespräch mit Stefan Wohnlich sei ihm kaum bewusst gewesen, wie eine Kirchgemeinde organisiert ist, sagt Hofmann. Umso mehr habe ihn die Struktur überzeugt, nachdem sie ihm erklärt wurde. «Die Evangelische Kirche ist föderalistisch und basisdemokratisch organisiert – sehr ähnlich wie eine politische Gemeinde.» Dieses System habe ihn bestärkt, Verantwortung zu übernehmen. Zeitlich sei das Engagement gut vereinbar mit seinem Beruf. Als Maurer geniesst Hofmann auf der Baustelle eine gewisse Flexibilität, die es ihm erlaubt, kirchliche Anliegen unkompliziert zu bearbeiten. «Manchmal ist man intensiv gefordert, dann wieder weniger.» Entscheidend sei für ihn jedoch die Motivation, der Gemeinde, in der er lebt, etwas zurückzugeben.

Handwerkliches Know-how für kirchliche Bauten

Im Ressort Liegenschaften profitiert Hofmann von seinem handwerklichen Wissen. Zwar arbeite er nicht direkt als Maurer für die Kirche, doch das Verständnis für Bausubstanz, Dringlichkeiten und Abläufe sei zentral. «Man muss wissen, was man selbst machen kann und wann ein Auftrag vergeben werden muss.» Die Arbeit mit bestehenden kirchlichen Gebäuden sei anspruchsvoll, aber auch sinnstiftend. Besonders schätzt Hofmann den Unterschied zu seinem Berufsalltag: «Auf dem Bau entstehen oft Renditeobjekte. In der Kirche investiert man in Gebäude, die bleiben – in etwas Nachhaltiges.» Genau das motiviere ihn zusätzlich.

Mut zum Ehrenamt – gerade für Junge

Dass viele junge Menschen vor verantwortungsvollen Ehrenämtern zurückschrecken, kann Hofmann nachvollziehen. Dennoch möchte er Gleichaltrige ermutigen: «Man wird nicht einfach ins kalte Wasser geworfen. Man darf ausprobieren, Fehler machen und wird unterstützt.» Die freiwillige Arbeit ermögliche Erfahrungen und Fähigkeiten, die sonst kaum zugänglich seien. «Man kommt in Lebenswelten hinein, die man sonst nie kennenlernen würde. Das ist extrem wertvoll – auch für die persönliche Entwicklung.»

Blick nach vorne

Für die kommenden drei Jahre hat Yanick Hofmann klare Ziele innerhalb der Kirchenvorsteherschaft der Evangelisch-reformierten Kirche Sirnach. Absehbar stehen Investitionen in die Heizungsanlagen sowie ins Mobiliar der Kirchenstube an. Ein zentrales Anliegen ist zudem die langfristige Sicherung der Leitung der Kirchgemeinde, insbesondere die Besetzung des Präsidiums. Positiv blickt Hofmann auch auf neue Initiativen: Kürzlich wurde eine neue Gruppe für junge Erwachsene gegründet. «Das ist ein wichtiger Schritt, um die Kirche auch für kommende Generationen attraktiv zu halten.»

Vor der Kirche Sirnach: Yanick Hofmann engagiert sich ehrenamtlich in der Kirchenvorsteherschaft.

Das Erweiterungsprojekt der Stiftung Sonnenhalde ist weiter auf Kurs

Nach intensiven Verhandlungen mit dem Kanton und mehreren Projektanpassungen steht das Erweiterungsprojekt der Stiftung Sonnenhalde heute auf einer tragfähigeren Basis.


20.01.2026 / Jan Isler 

MünchwilenSeit der Projektvorstellung im Herbst 2023 ist viel passiert bei der Stiftung Sonnenhalde. Das geplante Erweiterungsprojekt musste überarbeitet und verkleinert werden. Trotz Verzögerungen zeigt sich der Stiftungsrat zuversichtlich: Das Projekt entspricht heute sowohl den Bedürfnissen der Klientinnen und Klienten als auch den finanziellen Rahmenbedingungen. Im Interview spricht Stiftungsratspräsidentin Fabienne Brandenberger über die neusten Entwicklungen.


Fabienne Brandenberger, seit der Projektvorstellung im Oktober 2023 sind über zwei Jahre vergangen. Was ist seither konkret passiert? und in welcher Phase befindet sich das Erweiterungsprojekt heute?

Nach der Projektvorstellung ging es zunächst darum, das Projekt, welches als Gewinner aus dem Wettbewerb im öffentlichen Beschaffungswesen hervorging, so auszuarbeiten, dass es als Vorprojekt beim Kanton eingereicht werden konnte. Diese Arbeit haben wir geleistet. Der Kanton prüft ein solches Projekt sehr detailliert und hat festgestellt, dass unser Projekt in der ursprünglichen Form zu teuer war. Daraufhin haben wir intensive Gespräche mit dem Kanton geführt und gemeinsam geschaut: Was sind die Erwartungen des Kantons, was sind unsere Bedürfnisse? In mehreren Schritten wurde das Projekt angepasst und optimiert. Dieser Prozess hat Zeit gebraucht, aber im Herbst 2025 konnten wir sagen: Das ist nun das Projekt, das unseren Bedürfnissen entspricht und gleichzeitig den kantonalen Vorgaben gerecht wird. Auf dieser Basis können wir bauen. Der Kanton beteiligt sich weiterhin mit 55 Prozent an den Kosten.

Haben Sie mit diesen Anpassungen gerechnet?

Dass es Anpassungen im kleinen Rahmen geben würde, damit haben wir gerechnet. Das ist bei solchen Projekten normal. Die Veränderungen waren dann etwas grösser als erwartet. Rückblickend sind wir aber froh, dass wir gemeinsam eine gute Lösung gefunden haben. Entscheidend ist für uns immer, dass das Projekt den Bedürfnissen unserer Klientinnen und Klienten entspricht.

Wo wurde konkret gespart?

Eigentlich überall ein wenig. Wir haben bei den Materialien genauer hingeschaut, das Projekt insgesamt etwas verkleinert und vereinfacht, ohne dass die Funktionalität leidet. Auch bei der Fassade wurde gespart. Sie ist nun geradliniger gestaltet. Wichtig war uns, dass das Gebäude weiterhin gut nutzbar bleibt.

Der Spatenstich für den Erweiterungsbau war ursprünglich auch im Hinblick auf das 50-Jahr-Jubiläum geplant. Warum war dieser Zeitplan nicht realistisch?

Damals waren wir schlicht zu optimistisch. Ein solches Projekt braucht viele Schritte: Vorprojekt, Projekt, Baugesuch. Das liess sich in diesem Zeitrahmen nicht umsetzen. Aktuell gehen wir von einem Spatenstich im Mai 2027 aus, die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2029 geplant. Ende letzten Jahres hat der Kanton zudem die Bewilligung erteilt, den bestehenden Bau zu sanieren. Der Erweiterungsbau wird dabei als Rochadefläche genutzt, was für uns sehr erfreulich ist. Wir sind bereits daran, das Vorprojekt so zu planen, dass nach Abschluss der Erweiterung direkt mit der Renovation des Bestands weitergearbeitet werden kann.

Wie hat sich die Warteliste seit 2023 entwickelt? Hat sich der Bedarf an zusätzlichen Wohnplätzen weiter verschärft?

Von einer Verschärfung würde ich nicht sprechen, aber der Bedarf ist weiterhin sehr klar ausgewiesen. Zudem haben wir uns entschieden, die Doppelzimmer aufzuheben, damit jede Klientin und jeder Klient eine eigene Privatsphäre hat. Dadurch entstehen zwar bessere Bedingungen, aber auch ein zusätzlicher Bedarf an Wohnplätzen. Mit dem Erweiterungsbau schaffen wir zwölf zusätzliche Zimmer. Das Haus ist heute voll ausgelastet.

Haben sich seit 2023 neue Anforderungen im Bereich Pflege, Betreuung oder Sicherheit ergeben?

Die grundlegenden Anforderungen sind gleichgeblieben, auch das Raumprogramm hat sich nicht verändert. Neu hinzugekommen ist jedoch der Bau eines Pflegeschutzraums im Untergeschoss. Dabei handelt es sich um einen Schutzraum für Klientinnen und Klienten. Lange war unklar, ob ein solcher Raum notwendig ist, doch aufgrund der internationalen Ereignisse ist diese Vorgabe verbindlich geworden.

Der Pflegeschutzraum war 2023 noch als Option vorgesehen. Ist er heute fester Bestandteil des Projekts?

Ja, der Pflegeschutzraum ist inzwischen ein verbindlicher Bestandteil des Projekts.

Was sind aus heutiger Sicht die wichtigsten Lehren aus den vergangenen zwei Jahren?

Die zentrale Frage ist: Wie kann man solche Prozesse beschleunigen? Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass es schneller geht. Gleichzeitig ist entscheidend, dass das Resultat stimmt. Wichtig ist, dass wir das Projekt nun sinnvoll realisieren können. Ohne am Schluss etwas zu überstürzen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir im Plan sind, und wir haben grosse Freude daran, dieses Projekt weiter voranzubringen.

Die überarbeitete Visualisierung zeigt das neue Projekt der Stiftung Sonnenhalde. Fabienne Brandenberger, Präsidentin des Stiftungsrates, gab dieser Zeitung entsprechend Auskunft. 

Planerteam nimmt ihre Arbeit für das neues Feuerwehr- und EW-Gebäude auf

Nach der Zustimmung zum Projektierungskredit stellt sich die Frage: Wo stehen die Arbeiten am neuen Feuerwehr- und EW-Gebäude in Aadorf?


09.01.2026 / Jan Isler 

Aadorf - Nach der deutlichen Zustimmung zum Projektierungskredit an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 16. Juni 2025 ist die Planung für das neue Feuerwehr- und EW-Gebäude in Aadorf zügig angelaufen. «Es ging sofort weiter, da wir das Planerwahlverfahren umgehend eingeleitet haben. Dafür haben wir uns externe Unterstützung geholt – der Start verlief für mich positiv», sagt Matthias Küng, Präsident der Baukommission. In seiner Funktion leitet Küng die Sitzungen der Baukommission und steht im engen Austausch mit dem Planerteam. Die Verantwortung sei klar definiert: «Unsere Hauptaufgabe besteht darin, Termine und Kosten im Griff zu haben.» Dies sei insbesondere mit Blick auf die Volksabstimmung im Herbst 2026 entscheidend.

Gemeinsame Lösung an der Wittenwilerstrasse

Geplant ist ein Neubau für Feuerwehr und Elektrizitätswerk auf der gemeindeeigenen Parzelle Nr. 462 an der Wittenwilerstrasse (Underwide). Das rund 11’985 Quadratmeter grosse Grundstück liegt in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen und ermöglicht, im Ereignisfall alle Dorfteile innerhalb der vorgeschriebenen Frist zu erreichen. Die Zusammenführung beider Organisationen unter einem Dach bringt laut Küng klare Vorteile: «Bei Einsätzen wird das EW immer wieder aufgeboten, zudem sind einige Mitarbeitende auch Angehörige der Feuerwehr. Bei einer gemeinsamen Lösung werden die Wege extrem kurz und Synergien können in verschiedenen Bereichen genutzt werden.» Die gemeinsame Nutzung senkt zudem langfristig Betriebs- und Unterhaltskosten.

Sicherheit, Platz und moderne Infrastruktur

Ein zentrales Thema in der Planung ist die Sicherheit beim Ausrücken. Die heutige Ausfahrt beim Standort Schulstrasse gilt als problematisch. «Die bestehende Ausfahrt ist gefährlich, da sie sich direkt neben dem Schulhaus und dem Pausenplatz befindet und die Platzverhältnisse sehr eng sind», erklärt Küng. Der neue Standort bringe hier klare Verbesserungen: «Die Ausfahrt an der Wittenwilerstrasse ist viel übersichtlicher und damit auch wesentlich sicherer.» Das Gebäude ist als funktionaler Industriebau konzipiert. Rund 45 Prozent der Flächen sind für die Feuerwehr vorgesehen, 55 Prozent für das EW Aadorf. Insgesamt entstehen unter anderem 1’600 Quadratmeter Lager- und Fahrzeughallen im Erdgeschoss, 2’600 Quadratmeter Garagen- und Lagerflächen im Untergeschoss sowie 1’400 Quadratmeter Büro- und Sitzungsräume. Das Gebäudevolumen beträgt rund 30’800 Kubikmeter und ist ausbaufähig.

Kosten, Finanzierung und Zeitplan

Die Gesamtkosten des Neubaus belaufen sich auf 18 Millionen Franken, zuzüglich einer Baukostenreserve von 900’000 Franken. Der bewilligte Projektierungskredit beträgt 800’000 Franken. Die Gebäudeversicherung Thurgau beteiligt sich mit rund 30 Prozent an den Kosten der Feuerwehr, was einer Subvention von etwa 2 Millionen Franken entspricht. Zusätzlich ist vorgesehen, die Liegenschaft an der Schulstrasse zu verkaufen, deren Verkehrswert bei rund 2.8 bis 2.9 Millionen Franken liegt. Aktuell wird das Vorprojekt weiter optimiert. «Wir müssen das Projekt so weiterentwickeln, dass wir eine abstimmungsreife Vorlage erhalten», so Küng. Gleichzeitig gelte es, die Kosten genau im Auge zu behalten: «Letztlich brauchen wir das Vertrauen der Stimmbevölkerung. Dieses erhalten wir unter anderem, wenn wir die Kosten im Griff haben und das Projekt überzeugt.» Der weitere Fahrplan sieht die Detailplanung in den Jahren 2025/26, die Volksabstimmung im Herbst 2026 und – bei Zustimmung – die Realisierung ab 2026/27 vor.

Hier entlang der Wittenwilerstrasse soll das neue Gebäude entstehen. REGI Die Neue hat mit Matthias Küng gesprochen.

Der Winterzauber Münchwilen sorgt für volle Hütten und gute Stimmung

Der Winterzauber an der Murgtalstrasse übertrifft in diesem Jahr die Erwartungen der Veranstalter deutlich. Mit einem Besucherplus von bis zu 50 Prozent, neuen Angeboten und positiver Resonanz aus der Region geht das Winterdorf am 31. Dezember in die letzte Runde.


19.12.2024 / Jan Isler 

Münchwilen – Weihnachten steht vor der Tür, und damit nähert sich auch die diesjährige Ausgabe des Winterzaubers ihrem Ende. Unter glänzenden Lichtern und einem rot-weiss geschmückten Christbaum haben während rund zwei Monaten unzählige Besuchende Glühwein oder Punsch getrunken und das eine oder andere Raclette genossen. Den Abschluss findet der Winterzauber nach zwei Jahren dieses Mal erneut am 31. Dezember.

Der Winterzauber übertrifft die Erwartungen

Inhaber Marcel Banz zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden. «Es verlief sogar besser, als ich mir ursprünglich vorgestellt hatte», sagt er. Zu Beginn sei man beinahe überfordert gewesen, da das Besucheraufkommen rund 40 bis 50 Prozent höher ausgefallen sei als im Vorjahr. Mit einem solchen Andrang habe man nicht gerechnet. «Wir haben jedoch schnell reagiert und die Abläufe in der Küche optimiert und effizienter gestaltet.» So sei man rasch wieder gut vorbereitet gewesen.

Auch in diesem Jahr gab es einige Neuerungen: So fand ein Karaokehüttchen im Winterdörfchen seinen Platz, und das Grümpelchämmerli konnte erstmals zur Reservation angeboten werden.

Positive Resonanz von Gästen und Mitbewerbern

Die Gäste verweilen gerne im Winterzauber. Dies zeigt das durchwegs positive Feedback, das Marcel Banz und seine Mitarbeitenden regelmässig erhalten. «Besonders gelobt wurden die Vielfalt des Angebots, das Ambiente sowie der freundliche Service und die Stimmung, die durch die Mitarbeitenden entsteht», sagt Banz zufrieden. «Sogar die Konkurrenz war hier und hat mir ein Kompliment gemacht.»

Dass selbst Mitbewerber den Winterzauber loben, zeigt, welche Wirkung das Angebot entfaltet und wie es die Region stärkt. Münchwilen verfügt nur noch über wenige Möglichkeiten, um sich abends oder am Wochenende zu vergnügen. «Wir leisten, denke ich, einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Leute wieder in Münchwilen ausgehen», erklärt Banz.

Zum Jahresende: Der Winterzauber lädt zu besonderen Events

Obwohl der Winterzauber für dieses Jahr bald seine Tore schliesst, stehen noch zwei Sonderevents auf dem Programm. Am Sonntag, 28. Dezember, ist das Winterdörfchen bei der Zukunftsfabrik ausserordentlich geöffnet. Für diesen Tag sind noch freie Plätze für ein Raclette à discrétion verfügbar.

Auch an Silvester erwartet die Gäste ein besonderes Angebot: «Wir bieten ein Silvesterdinner an, bei dem zu einem Fixpreis von 89 Franken eine Vorspeise, ein Hauptgang, ein Dessertbuffet, ein Cüpli zum Anstossen sowie ein Feuerwerk inbegriffen sind», erklärt Banz. Gegen einen Aufpreis von zehn Franken kann zudem die Silvesterparty im Schlosshof besucht werden.

Sommerzauber als neue Eventlocation

Zum Jahresabschluss gibt Marcel Banz bereits einen Ausblick auf den Sommerzauber 2026. Geplant ist, grosse Teile des Areals mit einem Spannzelt zu überdachen, um wetterunabhängiger zu werden und künftig vermehrt Events durchführen zu können. «So sollen neue Nutzungsmöglichkeiten entstehen», erklärt Banz. Denkbar seien unter anderem Hochzeitsapéros, Geburtstagsfeste oder sogar Hochzeiten sowie die exklusive Vermietung des gesamten Areals. Damit könnte sich der Sommerzauber künftig als vielseitige Eventlocation in der Region etablieren. «Für die Gäste wünsche ich mir, dass sie die Euphorie, die ich – und auch sie – spüren, weitertragen. Ich freue mich, wenn sie nächstes Jahr im Sommer und im Winter wiederkommen.»

Inhaber Marcel Banz zieht eine positive Bilanz zum Winterzauber Münchwilen. 

Dieser Aadorfer schlägt schneller als sein Schatten

Das junge Boxtalent Joel Müller spricht über seinen ersten Kampf, den harten Weg dorthin und warum ihm seine Liebsten und seine Heimat Aadorf so wichtig sind.

10.01.2025 - Text/Bilder: Jan Isler/Privat

Aadorf - Joel Müller, 26 Jahre alt und in Ettenhausen aufgewachsen, hat mit seinem ersten offiziellen Boxkampf bei Swiss Boxing für Furore gesorgt. Kurz vor Weihnachten betrat er in der AXA-Arena Winterthur den Ring – und verliess ihn nach nur neun Sekunden als Sieger. Ein präziser K.o.-Schlag setzte seinen Gegner ausser Gefecht. In der Boxszene spricht man von einem der schnellsten K.o-Siege in der Geschichte des Olympischen Boxens. «Ich kann es nicht glauben. Ich bin sehr stolz darauf, was man mit harter Arbeit erreichen kann», erklärt Müller nach seinem sensationellen Debüt. Dieser Erfolg war jedoch kein Zufall, sondern das Ergebnis eines langen, entbehrungsreichen Weges.

Vom SC Aadorf in den Boxring: Ein steiniger Weg

Bevor er seine Leidenschaft für das olympische Boxen entdeckte, war Joel ein Fussballer. Schon in jungen Jahren spielte er beim SC Aadorf, inspiriert von seinem besten Freund Mirco Vetter, welcher ihn nach einer kurzen Abwesenheit von drei Jahren, in welchen Joel in Ettenhausen Faustball spielte, zurück in den Dorf-Verein holte. Mit grossem Ehrgeiz und Talent schaffte es Müller trotz einer angeborenen Hüftverletzung bis in die erste Mannschaft. Doch die anhaltenden Hüftprobleme zwangen ihn, mit 21 Jahren seine Fussballkarriere zu beenden. «Das war ein Schlag ins Gesicht für mich», sagt er heute über die Zeit damals. Dieser Einschnitt führte ihn jedoch zu einer neuen Herausforderung. Durch seinen jüngeren Bruder, Leon Müller, fand Joel den Weg in das Azem Kampfsport Budaya Center in Wil, wo er erstmals die Boxhandschuhe schnürte. «Das Azem Kampfsport Center hat mir eine neue Perspektive gegeben. Hier habe ich meine Leidenschaft für den Kampfsport entdeckt», erinnert sich Joel Müller.

Ein neues Hobby und eine neue Leidenschaft

Joel Müller trainierte seitdem vier Jahre lang auf hohem Niveau und begeisterte sich zunehmend für den Boxsport. Mit seinen Freunden begann er, regelmässig Kampfsport-Events zu verfolgen, was die Leidenschaft weiter anfachte. Zwischenzeitlich wechselte er ins Boxcenter Glattbrugg, in welchem er ein knappes Jahr mit der Box Elite der Schweiz trainieren durfte. Nach etwas mehr als eineinhalb Jahren fand Joel Müller seinen Weg zurück nach Wil. «Das Azem Kampfsport Budaya Center in Wil ist wie eine zweite Familie für mich. Ein grosses Lob an die Azem-Box-Familie», betont Müller.

Eine Reise nach Asien verändert alles

Ein weiterer Wendepunkt kam, als er mit seiner Freundin Daria im Oktober 2023 für vier Monate nach Asien reiste. Dort kombinierte er Reisen mit intensivem Training. In Thailand, Malaysia und Indonesien suchte Müller verschiedene Kampfsport Gyms auf, um seine Fähigkeiten zu verbessern. Besonders prägend war ein einmonatiges Muay-Thai-Intensivtraining im Tiger Muay Thai Gym in Phuket, welches er erfolgreich mit einem Kampf abschloss. «In diesem Moment habe ich Blut geleckt und entschieden, dass ich auch in der Schweiz einen offiziellen Box Kampf bei Swiss Boxing machen möchte», erzählt der Aadorfer.

Die Vorbereitung auf den grossen Moment

Zurück in der Schweiz begann die akribische Vorbereitung auf seinen ersten offiziellen Boxkampf. Der ehemalige Europameister und Olympia Teilnehmer, Shemsi Gashi, welcher über 280 Kämpfe absolvierte und ebenfalls im Azem Kampfsport Center in Wil sporadisch sein Wissen an die jungen Athleten vermittelt sowie seine Coaches Began Hasani, Meriton Ceka und Arbin Zeqiri erkannten Joel Müllers Potenzial und halfen ihm, sich auf das Event vorzubereiten. «Ein riesiges Dankeschön an meine Coaches. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen», sagt Müller. Die Herausforderung begann bereits mit der Gewichtsklasse. Um im Limit der Gewichtsklasse Mittelgewicht zu bleiben, reduzierte Müller sein Gewicht von 82 Kilogramm auf 75 Kilogramm. Am Wettkampftag brachte er sogar nur 73.8 Kilogramm auf die Waage. Drei Monate lang trainierte er intensiv, steigerte die Anzahl der Trainingseinheiten von vier auf sechs pro Woche und hielt eine strikte Diät.

Der Kampf: Nervosität trifft Entschlossenheit

Am Kampftag selbst war Joel Müller nervös, aber fokussiert. «Ich wusste, dass ich hierhin gehöre und dass ich meinen Traum verwirklichen möchte», beschreibt er seine Gedanken. Der Kampf begann – und war nach nur neun Sekunden vorbei. Ein präziser Konterschlag setzte seinen Gegner K.o. und machte Müller zum strahlenden Sieger. «Wir haben alle gemeinsam den Sieg gefeiert. Es war wie im Film. Einfach unglaublich. Ich war überwältigt, wie viele Freunde den Weg in die AXA-Arena gefunden haben. Die Stimmung war unglaublich», sagt er mit leuchtenden Augen. Der Erfolg hat Müllers Motivation weiter gesteigert. «Ich hoffe, dass ich auch junge Menschen motivieren kann. Harte Arbeit zahlt sich aus, und man wird belohnt», sagt er. Doch nicht nur der Sport steht für ihn im Fokus. Im Februar beginnt Joel Müller ein BWL-Studium und freut sich darauf, die Disziplin, die ihm der Kampfsport beigebracht hat, auch in anderen Lebensbereichen anzuwenden. Müller ist sich bewusst, dass er ohne die Unterstützung seiner Freundin Daria, seiner Familie, seinen Freunden und seiner Boxgym-Kollegen nicht dort wäre, wo er heute steht. «Ein riesiges Dankeschön an alle, die mich auf diesem Weg unterstützt haben. Ich bin unglaublich stolz und glücklich», betont er. 

Joel Müller jubelt nach seinem sensationellen Debütsieg in der AXA-Arena Winterthur.

Der entscheidende Moment: Der K.o.-Schlag, der seinen Gegner nach nur neun Sekunden niederstreckte. 

Gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder wird der Sieg in Winterthur gefeiert. 

«Grösster Stressfaktor an Weihnachten sind überhöhte Erwartungen»

So kommen Sie stressfrei durch die Festtage: Susanna Vogel-Engeli begleitet in ihrem Praxisraum in Münchwilen viele Menschen in herausfordernden Situationen und teilt hier ihre Gedanken für mehr Harmonie und Gelassenheit.

20.12.2024 - Text/Bilder: Jan Isler

Münchwilen – Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit und Freude. Doch für viele Familien wird sie zur Stressprobe. Überhöhte Erwartungen, Zeitdruck und alte Konflikte führen häufig zu Spannungen und Streit an den schönsten Tagen im Jahr. Susanna Vogel-Engeli, Coach, Beraterin und Seminarleiterin, spricht mit der REGI-Zeitung darüber, wie man die Weihnachtszeit harmonischer gestalten kann.

Die häufigsten Streitpunkte an Weihnachten

«Am Jahresende ist das Energielevel oft erschöpft», erklärt Vogel-Engeli zu Beginn und ergänzt: «Viele Menschen haben bis zur letzten Minute noch berufliche oder private Aufgaben zu erledigen und gehen erschöpft in die Festtage. Hinzu kommen unausgesprochene Erwartungen, die zu Missverständnissen und Konflikten führen können.» Diese hohen Erwartungen betreffen nicht nur die eigene Leistung, sondern auch die Ansprüche an andere. «Oft erwarten wir, dass alles perfekt sein muss – das Essen, die Dekoration und sogar die Stimmung. Doch oft ist genau dieser Perfektionismus die Quelle von Stress. Vieles davon ist hausgemacht, weil wir den richtigen Zeitpunkt zum Delegieren oder Umplanen verpassen», weiss sie aus diversen Gesprächen mit verschiedensten Menschen. Frühzeitige Absprachen sind laut Vogel-Engeli der Schlüssel zu einem stressfreien Fest. «Das Wichtigste ist, dass diese Gespräche rechtzeitig stattfinden – also bevor der Druck zu gross wird. Gemeinsam sollte die Familie überlegen: Was bedeutet Weihnachten für jeden Einzelnen? Welche Rituale sind wichtig, welche könnten verändert oder weggelassen werden?», gibt sie als Denkanstoss mit. Susanna Vogel-Engeli rät zu offenen Gesprächen, in denen jedes Familienmitglied seine Wünsche und Bedürfnisse äussern kann. «Es braucht Mut, neue Ideen einzubringen, und Toleranz, um andere Vorstellungen zu akzeptieren. Wichtig ist, dabei wirklich zuzuhören – ohne sofort mit einem 'Ja, aber' zu reagieren.»

Grosses Thema Aufgabenverteilung: Wer macht was?

Eine transparente Aufteilung der Aufgaben ist essenziell, um Stress zu vermeiden. «Es sollte für alle klar sein, was zu tun ist. Das kann man ganz einfach gestalten, etwa indem man die anstehenden Aufgaben auf Zettel schreibt und gemeinsam bespricht, wer was übernimmt. Dabei sollten die Vorlieben und Fähigkeiten der einzelnen Personen berücksichtigt werden», rät sie. Auch die Ehrlichkeit spielt eine grosse Rolle: «Manchmal fällt es schwer, Aufgaben abzugeben, weil man das Gefühl hat, nur man selbst könne es 'richtig' machen. Diese Haltung führt zu zusätzlichem Druck. Offen zu sagen, wo man Unterstützung braucht, und loszulassen, kann hier eine grosse Erleichterung sein.»

Konflikte: Ruhe bewahren und reflektieren

Doch was tun, wenn es trotzdem zu einer hitzigen Diskussion kommt? «Als Erstes sollte man innehalten und sich fragen: Was ist mein Anteil an der Situation? Oft sind es unausgesprochene oder widersprüchliche Erwartungen, die Konflikte auslösen. Statt Vorwürfe zu machen, hilft es, ruhig zu bleiben, tief durchzuatmen und über die eigenen Bedürfnisse zu sprechen», rät Vogel-Engeli. Auch Pausen können Wunder wirken: «Wenn die Anspannung hoch ist, sollte man sich Zeit nehmen, um einen Moment durchzuatmen, innerlich von eins bis zehn zu zählen, kurz aus der Situation auszusteigen oder frische Luft zu schnappen.» Statt den anderen anzugreifen, empfiehlt sie, von sich selbst zu sprechen: «Was würde ich jetzt brauchen? Welche Unterstützung wünsche ich mir? Das ist viel effektiver, als in den Angriffsmodus zu gehen.»

Erwartungen reduzieren: Weniger Perfektion, mehr Präsenz

Die überhöhten Erwartungen an das «perfekte» Weihnachtsfest sind ein weiterer Stressfaktor. «Viele Menschen setzen sich unter Druck, weil sie denken, alles müsse wie in einem Werbespot aussehen – das perfekte Menü, die perfekte Dekoration, die perfekte Stimmung. Dabei geht es doch viel mehr darum, gemütliche Stunden miteinander zu verbringen», so Vogel-Engeli. Sie empfiehlt, bewusst Prioritäten zu setzen: «Was ist wirklich wichtig? Wo kann ich reduzieren? Muss ich alles selbst machen, oder könnte ich etwas kaufen oder delegieren?» Sie rät auch zu kleinen Ritualen, die helfen, in der eigenen Balance zu bleiben: «Zum Beispiel sich jeden Tag ein paar Minuten Zeit für sich selbst nehmen, einen Spaziergang machen oder zu schöner Musik einen Tee geniessen. Diese Momente des Innehaltens helfen, den Fokus bewusst auf das Positive zu legen.»

Susanna Vogel-Engeli betreibt eine eigene Coachingpraxis in Münchwilen.

Schlüssel zu einem harmonischen Fest

Susanna Vogel-Engeli erzählt, wie sie in ihrer eigenen Familie den Weihnachtsstress reduziert hat: «Vor vielen Jahren habe ich meiner Familie mitgeteilt, dass ich mir mehr Unterstützung wünsche für den Weihnachtsabend. Seitdem sind die Aufgaben besser verteilt und zum Beispiel bringt jeder einen Gang zum Festessen mit. Mir selbst habe ich erlaubt, auch mal ganz aufs guetzle zu verzichten. Das hat viel verändert – wir alle geniessen Weihnachten jetzt viel entspannter.» Auch bei der Dekoration setzt sie auf Reduktion: «Der Baum bleibt bei uns im Wald, und wir gehen ihn alle gemeinsam schmücken», sagt sie. Ihr Fazit zum Gesprächsabschluss: «Weihnachten ist ein Fest der Verbindung, nicht des Konsums. Wenn wir uns aufeinander einlassen und weniger an uns selbst zweifeln, kann es wirklich zu einer Zeit der Freude und Harmonie werden.»

Gemeindeversammlung Sirnach: Alle Vorlagen einstimmig angenommen

Im Fokus standen zusätzliche Mittel für die Randzeitenbetreuung SiRabe, der Verkauf von Grundstücken im Wurzwale sowie das Budget 2025. 

17.12.2024 - Text/Bilder: Jan Isler

Sirnach - Am vergangenen Donnerstag versammelten sich 133 stimmberechtigte Bürgerinnen und Bürger von Sirnach im Gemeinschaftssaal Dreitannen zur Gemeindeversammlung. Gemeindepräsident Beat Schwarz eröffnete die Veranstaltung mit einer Ansprache, in der er den Zusammenhalt in der Gemeinde betonte. «Wir sollten alle am selben Strick ziehen», sagte er und sprach die Herausforderungen an, die sowohl die Verwaltung als auch Bürger bewältigen müssen. Schwarz appellierte dabei an Geduld und ein gemeinsames Vorgehen bei der Weiterentwicklung von Sirnach.

Zusätzliche Mittel für die Randzeitenbetreuung SiRabe beschlossen

Ein erster wichtiger Punkt der Versammlung war der Nachtragskredit in Höhe von 70'000 Franken für die Randzeitenbetreuung SiRabe. Gemeinderätin Yvonne Koller-Zumsteg erläuterte, dass die SiRabe seit ihrer Einführung im Schuljahr 2023/24 stark genutzt wird. Wöchentlich nehmen 107 Kinder am Mittagstisch teil – eine Zahl, die die Erwartungen deutlich übertrifft. Die stark gestiegene Nachfrage erfordert zusätzliche finanzielle Mittel, um den Betrieb bis 2025 sicherzustellen. Koller-Zumsteg zeigte Verständnis für kritische Stimmen aus der Bevölkerung, betonte aber den Nutzen der Betreuungseinrichtung für die Gemeinde. In der anschliessenden Diskussion wurde der Standort der SiRabe im Dreitannensaal thematisiert. Gemeindepräsident Beat Schwarz erklärte, dass die Kapazitäten des Dreitannen bald ausgeschöpft sein könnten. Eine Projektgruppe wird sich mit der Standortfrage befassen und mögliche Alternativen erarbeiten. Die Stimmbürger stimmten dem Nachtragskredit mit grosser Mehrheit zu, wobei nur wenige Gegenstimmen verzeichnet wurden.

Grundstücke im Wurzwale-Gebiet werden verkauft

Ein weiterer Schwerpunkt war der geplante Verkauf von zehn Einfamilienhausparzellen im Gebiet Wurzwale im Südosten der Gemeinde. Die Grundstücke sollen zu aktuellen Marktpreisen verkauft werden, wobei Sirnacher Familien bevorzugt werden sollen. Ziel ist es, Spekulationen zu vermeiden und die Grundstücke der lokalen Bevölkerung zugänglich zu machen. Gemeindepräsident Beat Schwarz erläuterte die Verkaufsbedingungen und betonte, dass der Gemeinderat bis zu einem Verkaufspreis von 500'000 Franken pro Parzelle eigenständig entscheiden kann. Die anwesenden Stimmberechtigten stimmten dem Antrag ohne Gegenstimme zu. Schwarz bedankte sich für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.

Budget 2025 mit stabilem Steuerfuss genehmigt

Das Budget 2025 war ein weiterer zentraler Punkt der Versammlung. Beat Schwarz präsentierte ein ausgeglichenes Budget mit einem Ertragsüberschuss von 211'500 Franken. Dieser Überschuss basiert jedoch massgeblich auf den geplanten Einnahmen aus dem Verkauf der Grundstücke im Gebiet Wurzwale, die ins Jahr 2025 verschoben wurden. Ohne diese Einnahmen würde das betriebliche Ergebnis ein Defizit von rund 1.2 Millionen Franken ausweisen. Das Budget sieht keine Erhöhung des Steuerfusses vor, der weiterhin bei 142 Prozent bleibt. Der Personalaufwand steigt gegenüber dem Vorjahr um 865'150 Franken, vor allem durch zusätzliche Kosten bei den Lehrpersonen (+501'150 Franken) und der Verwaltung (+364'000 Franken). Auch eine Lohnerhöhung von 2.35 Prozent ist im Budget eingeplant. Weitere geplante Investitionen umfassen die Fortsetzung der Umrüstung der Strassenbeleuchtung auf LED. Das Nettovermögen pro Einwohner wird im Budget 2025 auf 908 Franken geschätzt. Die Stimmbürger genehmigten die drei Anträge – Steuerfuss, Budget und Investitionsbudget.

Der Sirnacher Gemeindepräsident Beat Schwarz führte durch die Gemeindeversammlung im Dreitannen.

Friedhofreglement überarbeitet und angenommen

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Teilrevision des Friedhofreglements. Die aktuelle Version stammt aus dem Jahr 2006 und wurde nun überarbeitet, um den veränderten Anforderungen der Gemeinde gerecht zu werden. Das überarbeitete Reglement wurde vorab auf der Webseite der Gemeinde veröffentlicht und den politischen Parteien sowie den Landeskirchen zur Vernehmlassung vorgelegt. Die Stimmbürger stimmten der Revision des Friedhofreglements einstimmig zu.

Ortsentwicklung und der Sirnacher Turm bleiben präsent

Zu den allgemeinen Informationen wurden auch noch die Ergebnisse aus der Bevölkerungsumfrage präsentiert. Brennende Themen dabei sind die Verkehrsführung, der Stau oder das Tempo 30. Gemeinderat Thomas Hafner orientierte zudem noch unter Varia über die Dorfkernentwicklung (Die Regi-Zeitung berichtetet) und nahm dabei das Thema Dreitannen und Brückenwaage auf. Gemeinderat Pascal Müller informierte über den Stand in puncto Sirnacher Turm. Man will die Kompetenz aus dem Dorf nutzen. Wichtige Faktoren dabei sind der Preis, die Leistung und die ansprechende Optik. Das Ziel ist nun 100'000 Franken via Sponsoring zu erreichen. Beat Schwarz schloss die Veranstaltung nach der Umfragerunde nach zwei Stunden. 

Amokdrohung an Schule in Wängi: Schüler geständig – Polizei und Schule reagieren

Nach einer Drohung an einer Schule in Wängi haben die Kantonspolizei Thurgau und die VSG Wängi rasch gehandelt.

03.12.2024 - Text/Bilder: Jan Isler

Das Schulhaus Imbach I in Wängi, wo die Drohnachricht entdeckt wurde: Die Kantonspolizei und Schule arbeiteten gemeinsam an der Aufarbeitung des Falls.

Wängi – Schock in Wängi: In der Schule Imbach 1 wurde am vergangenen Donnerstagmorgen eine Drohnachricht mit den Worten «3. Dezember – Amoklauf» entdeckt. Die Kantonspolizei Thurgau nahm die Ermittlungen umgehend auf und konnte die Situation rasch klären: Ein Schüler gestand, die Drohung verfasst zu haben, die er später als «üblen Scherz» bezeichnete. Die Ermittlungen durch die Jugendanwaltschaft laufen. «Die Kantonspolizei Thurgau bittet Eltern, ihre Kinder auf den ernsthaften Hintergrund und die möglichen Folgen solcher Drohungen aufmerksam zu machen. Auch wenn sie als "Scherz" gemeint ist, stehen damit schwerwiegende Straftaten im Raum, denen die Strafverfolgungsbehörden konsequent nachgehen», heisst es in der Medienmitteilung der Kantonspolizei Thurgau vom Freitag.

Drohung auf Schultoilette entdeckt

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag gegen 10.20 Uhr, als eine Person die Drohnachricht auf einer Schultoilette meldete. Die Polizei reagierte umgehend und leitete Ermittlungen ein. Kurze Zeit später meldete sich eine Mutter mit ihrem Sohn bei der Schule. Der Schüler gestand, die Drohung verfasst zu haben. Er erklärte, er sei durch Medienberichte zu ähnlichen Vorfällen inspiriert worden. Die Kantonspolizei betont, dass auch vermeintliche «Scherze» dieser Art ernsthafte Konsequenzen haben. Die Jugendanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung eröffnet; das Strafmass ist noch nicht bekannt. Zeitgleich ging eine Information der VSG Wängi an die Eltern raus, in der der Vorfall beschrieben wurde. «Wir nehmen den Vorfall sehr ernst und haben die Polizei informiert», heisst es im Schreiben, das der REGI-Redaktion vorliegt.

Keine konkrete Gefährdung, aber wachsam bleiben

Die Polizei gibt auf Anfrage an, dass derzeit keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung vorliegen. «Solche Drohungen werden immer ernst genommen. Die Einsatzkräfte der Kantonspolizei Thurgau begaben sich unmittelbar in die Schule», heisst es vonseiten des Mediendienstes. Ein Trend in den Sozialen Medien, bei dem Amoklaufdrohungen verbreitet werden, könnte auch in diesem Fall eine Rolle gespielt haben. Nach Angaben der Polizei sind solche Drohungen im Kanton Thurgau jedoch selten. Es wurden im laufenden Jahr keine vergleichbaren Fälle registriert.

Präventive Massnahmen und Aufarbeitung

Die Schule Wängi nimmt den Vorfall zum Anlass, das Thema Drohungen und deren Folgen zeitnah mit den Schülerinnen und Schülern aufzuarbeiten. Schulpräsidentin Stephanie Eberle erklärte, dass in Zusammenarbeit mit dem Schulischen Kriseninterventionsteam (SKIT) ein Leitfaden erstellt wurde, um das Thema altersgerecht zu behandeln. Ziel sei es, die Ernsthaftigkeit solcher Taten zu vermitteln und präventiv zu wirken. «Dabei wird selbstverständlich auch die Ernsthaftigkeit und die daraus resultierenden Folgen eines solchen Vorkommnisses thematisiert», teilt Schulpräsidentin Stephanie Eberle mit. Zusätzlich setzt die Schule seit Jahren auf Prävention durch die Jugendpolizei, die Schülerinnen und Schüler sowie Eltern zu Internetsicherheit und Social Media aufklärt: «Es gibt für die Eltern jährlich eine Weiterbildung zum Thema Umgang mit digitalen Medien. Diese ist obligatorisch und muss einmal besucht werden. Ebenfalls kommt im Abstand von drei bis vier Jahren die Jugendpolizei und informiert die Eltern zusätzlich und weist auf Gefahren hin», so Eberle und ergänzt: «Im Geschäftsleitungsteam wird die nächsten Tage sicherlich noch einmal darüber diskutiert, ob es noch weitere zusätzliche Massnahmen braucht und wie diese genau auszusehen haben.»

Konsequenzen für den Schüler

Welche rechtlichen Konsequenzen der Vorfall für den geständigen Schüler haben wird, liegt in den Händen der Jugendanwaltschaft. Die Schule und die Kantonspolizei appellieren an Eltern, mit ihren Kindern über die möglichen Folgen solcher Handlungen zu sprechen. Auch vermeintliche Scherze können schwerwiegende rechtliche und soziale Konsequenzen nach sich ziehen. 

Romina Nafzger präsentiert stolz die preisgekrönte Thurgauer Mosttorte, die bei der Swiss Bakery Trophy mit Gold ausgezeichnet wurde.

Thurgauer Mosttorte: Ein süsses Stück Hinterthurgau, das es bis nach Singapur geschafft hat

Beim Jubiläumswettbewerb der Swiss Bakery Trophy wurde die Thurgauer Mosttorte aus der Wängener Bäckerei Nafzger mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

26.11.2024 - Text/Bilder: Jan Isler

Wängi - Die Bäckerei Nafzger ist die Bäckerei, die in Wängi und im Hinterthurgau jeder kennt. Besonders stolz ist der Familienbetrieb auf ihre Thurgauer Mosttorte, die seit fast zwei Jahrzehnten mit unveränderter Rezeptur überzeugt und an der Swiss Bakery Trophy mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Ein Gespräch mit Inhaberin Romina Nafzger über Tradition, Regionalität und die Zukunft der Bäckerei.

Romina Nafzger, Ihre Thurgauer Mosttorte hat den Jubiläumspreis an der Swiss Bakery Trophy gewonnen. Was bedeutet dieser Erfolg für Sie persönlich und für Ihr Team?

Das ist eine wahnsinnige Ehre für uns. Es zeigt, dass wir über viele Jahre hinweg gute Arbeit geleistet haben und die hohe Qualität unserer Produkte aufrechterhalten konnten. Besonders für unser Team ist das eine grosse Anerkennung. Ich durfte den Preis stellvertretend entgegennehmen, aber es ist ein Erfolg, den wir gemeinsam erreicht haben.

Wie haben Sie und Ihr Vater, Christian Nafzger, den Moment des Sieges erlebt?

Es war ein unglaublich schöner Moment – vor allem für meinen Vater. Auch wenn er es nicht so zeigt (schmunzelt). Er hatte grosse Freude und ist sehr stolz, dass ich das Geschäft weiterführe und die Tradition am Leben erhalte. Es ist mir wichtig, dass er diesen Erfolg miterleben konnte, denn er hat den Grundstein für die Thurgauer Mosttorte gelegt.

Die Thurgauer Mosttorte hat rund zwanzig Jahre nach ihrer Entstehung erneut einen Preis gewonnen. Was macht diese Torte so besonders und zeitlos?

Ich denke, es ist die Kombination aus Fruchtigkeit und Leichtigkeit. Viele Konsumenten sagen, dass sie eigentlich nicht so «die süssen Typen» seien, aber die frische Säure und der knusprige Boden der Mosttorte überzeugen sie. Sie ist nicht mächtig und passt perfekt auch nach einem grossen Essen. Diese Einzigartigkeit macht sie so zeitlos. Wir haben Kunden, die die Torte bis hoch nach Deutschland oder sogar Singapur mitnehmen – das zeigt, wie besonders sie ist.

Bis nach Singapur?

Ja. Ich habe einmal eine mit ins Handgepäck genommen (lacht).

Warum haben Sie sich entschieden, gerade die Thurgauer Mosttorte für den Jubiläumspreis einzureichen, obwohl Sie auch andere preisgekrönte Kreationen im Sortiment haben?

Das war eine klare Entscheidung. Die Mosttorte ist unser Leaderprodukt. Man nimmt für so eine Auszeichnung das, wovon man weiss, dass es sowohl bei der Herstellung als auch beim Verkauf funktioniert. Und es hat sich gelohnt – wir sind sehr stolz auf diesen Erfolg.

Die Regionalität spielt eine grosse Rolle in Ihrer Bäckerei. Wie spiegelt sich das in der Mosttorte wider?

Regionalität ist uns extrem wichtig. Die Thurgauer Mosttorte wird ausschliesslich mit Zutaten aus der Umgebung hergestellt. Der Apfelsaft kommt von der Mosterei Möhl, die Butter von der lokalen Käserei und die Eier vom «Eierhüsli» gleich um die Ecke. Wir möchten die Wertschöpfung in der Region halten und noch mehr Thurgauer Identität in unsere Produkte einfliessen lassen.

Die Mosttorte ist auf jeden Fall ein Produkt mit Thurgauer Identität. Wie kam es dazu?

Sie wurde 2005 von meinem Vater in Zusammenarbeit mit dem damaligen Chefkonditor entwickelt. Die Inspiration: Während der Aargau seine Rüblitorte hat, gab es im Thurgau kein vergleichbares Aushängeschild. Bereits die erste Mosttorte wurde 2006 eingereicht und gewann auf Anhieb eine Goldmedaille. Seitdem ist sie ein fester Bestandteil unseres Sortiments. Die geheime Rezeptur wurde seit 20 Jahren nicht verändert.

Die Swiss Bakery Trophy kombiniert Bewertungen von Fachleuten und Konsumenten. Wie wichtig ist Ihnen die Meinung der Konsumenten?

Die Meinung der Konsumenten ist für uns entscheidend. Natürlich schätzen wir die Fachjury, aber am Ende zählt, dass unsere Produkte bei den Kunden gut ankommen. Was der Konsument mag, ist für uns fast noch wichtiger, da wir unsere Produkte für sie herstellen.

Neben der Mosttorte haben auch andere Ihrer Kreationen Preise gewonnen. Ist das eine Bestätigung für die Qualität Ihrer Arbeit?

Absolut. Es zeigt, dass wir insgesamt auf dem richtigen Weg sind und unsere Produkte überzeugen – sowohl geschmacklich als auch in ihrer Qualität.

Gab es Überlegungen, das Geschäft aufgrund des Erfolgs zu erweitern? Wie sehen Sie die Zukunft der Bäckerei Nafzger?

Wir sind aktuell an der Kapazitätsgrenze. Eine grosse Expansion ist nicht geplant, da wir uns auf Nachhaltigkeit und Regionalität konzentrieren möchten. Lieber machen wir das, was wir gut können, weiterhin auf höchstem Niveau. In Frauenfeld wird gerade die Passage umgebaut, und dort bekommen wir für unser Café einen neuen Standort im Einkaufszentrum.

Wie stellen Sie sich die zukünftige Entwicklung Ihrer Bäckerei vor?

Die Zukunft liegt für uns in Nachhaltigkeit und Regionalität. Ausserdem wollen wir die jungen Kunden ansprechen und sie für hochwertige, gesunde Produkte sensibilisieren. Die Deklarationspflicht seit Januar hat den Fokus auf regionale Herkunft und Qualität verstärkt, und das entspricht genau dem, was wir unseren Kunden bieten möchten.

Fehlende Kunden, «Gschwätz» und Schulden: Die Wahrheit hinter der Bahnhöfli-Schliessung

16 Stunden, sechs Tage die Woche und das fast zwei Jahre lang – und trotzdem reichte es nicht. Ex-Bahnhöfli-Pächterin Alexandra Müller über die Schliessung ihres Herzensprojekts.

15.11.2024 - Text/Bilder: Jan Isler

Eschlikon – Alexandra Müller, gebürtige Walliserin und seit mehr als zehn Jahren in der Ostschweiz, lebt für die Gastronomie. Schon mit 16 Jahren begann sie in der Branche zu arbeiten und sammelte seither über 25 Jahre Erfahrung. Als sie am 4. November 2022 die Bar «Bahnhöfli» an der Winterthurerstrasse 1 in Eschlikon übernahm, ging für sie ein lang gehegter Traum in Erfüllung. «Ich konnte zum ersten Mal eine eigene Gaststätte führen», sagt sie am gemeinsamen Treffen. Da sie Mutter von vier Kindern ist, musste dieser Schritt wohlüberlegt sein. «Mein damaliger Mann unterstützte mich und gemeinsam entwickelten wir einen Plan, wie wir seinen Job, das Bahnhöfli und die Kinder unter einen Hut bringen», erinnert sie sich zurück. Die Idee, das Bahnhöfli zu übernehmen, kam eher zufällig. Zuvor hatte Alexandra Müller im Dolce Vita in Sirnach gearbeitet und war nach der Arbeit ab und an mal mit ihrem Kollegen im Lokal neben dem Eschliker Bahnhof anzutreffen. Dort lernte sie die damalige Wirtin kennen und begann schliesslich auszuhelfen. Als der Besitzer ihr anbot, das Lokal zu übernehmen, stand sie vor einer schwierigen Entscheidung: Vier Kinder, ein eigenes Geschäft und die immense Verantwortung, die das mit sich bringen würde. Doch Alexandra liess sich nicht abschrecken. Sie sprach lange mit ihrer Familie und stellte ein Konzept auf, um ihre Rolle als Mutter und Wirtin zu vereinbaren. «Wir hatten einen konkreten Plan festgelegt und ich war fest davon überzeugt, dass ich dem Bahnhöfli neues Leben einhauchen kann», so die 43-Jährige.

Erst solider Start, dann ein Drahtseilakt

Anfangs lief alles gut. Die Gäste kamen im ersten Jahr neugierig und zahlreich, und Alexandra Müller konnte nicht klagen. Doch nach und nach liess das Interesse nach. «Es ging stetig zurück, von 100 Gästen auf 60, dann noch weniger», erinnert sie sich. Sie veranstaltete Events wie Fasnachtsfeiern oder Schlagerpartys, um wieder mehr Leben in die Bar zu bringen, aber der Erfolg blieb aus. Die Herausforderungen wurden grösser, und die finanzielle Belastung wuchs. Besonders nach dem ersten Jubiläum im November 2023 spürte sie den Rückgang deutlich. Auch privat war es keine leichte Zeit. Im ersten Jahr nach der Übernahme trennte sie sich von ihrem Mann, was die Situation zusätzlich belastete. Trotzdem hielt sie durch, arbeitete Tag und Nacht und versuchte, den Spagat zwischen Familie und Geschäft zu meistern. «Ich habe in dieser Zeit 20 Kilo ungewollt abgenommen», sagt sie. Doch trotz aller Mühen und ihrer Leidenschaft für das Bahnhöfli kam sie finanziell immer mehr in die Bredouille.

«Es wurden Menüs vorbestellt und niemand kam»

Zusätzlich erschwerte das «Geschwätz» einiger Gäste und Konkurrenten ihren Arbeitsalltag. «Ich glaube, man hat mir den ersten Erfolg nicht gegönnt und ich war vielen ein Dorn im Auge», erklärt sie und ergänzt: «Ja, ich habe eine direkte Art und damit muss man umgehen können, aber hintenrum absichtlich Lügen zu erzählen geht gar nicht.» Solche Anfeindungen habe sie oftmals einfach geschluckt, um den Frieden zu wahren. Dennoch nervte sie sich still, wenn ihre geleistete Arbeit nicht wertgeschätzt wurde und sie von einzelnen Gästen unfair behandelt wurde. «Es wurden Menüs vorbestellt und niemand kam, es wurde rumgenörgelt, wenn ich nicht für ein einzelnes Gericht die ganze Küche nochmals ansauen wollte und es gab viele leere Versprechungen», erklärt sie und ergänzt rückblickend: «Das letzte Jahr war geprägt von lauter solchen Sachen.» Trotzdem hat sie ihren Stolz nicht verloren und will auch niemanden als Schuldigen betiteln. «Ich habe gewusst, auf was ich mich einlasse, und ich trage auch die Verantwortung, das ist mir schon bewusst», so die gelernte Wirtin.

Alexandra Müller steht vor dem Bahnhöfli in Eschlikon, ihrem Herzensprojekt, das sie fast zwei Jahre lang mit Leidenschaft geführt hat. Trotz intensiver Arbeit und grossem Engagement musste sie das Lokal Ende September aufgrund finanzieller Schwierigkeiten schliessen.

Das Leben geht auch nach dem Bahnhöfli weiter

Am Ende war es der Vermieter der Beiz, der sie vor noch grösseren Schulden bewahrte, indem er die Notbremse zog. «Ich bin mit Schulden im fünfstelligen Bereich rausgegangen», erzählt Alexandra Müller. Doch trotz allem sieht sie die Zeit im Bahnhöfli nicht nur negativ. Sie ist stolz darauf, es versucht zu haben, und schätzt die Unterstützung ihrer Stammgäste, die ihr noch immer positive Rückmeldungen geben. «Viele sagen mir, ich sei nicht vergessen. Das bedeutet mir viel. Ich muss mir niemals vorwerfen, dass ich nicht versucht habe, meinen Traum zu leben», sagt die Kämpfernatur entschlossen. Heute ist die Eschlikonerin wieder in einem Angestelltenverhältnis tätig und versucht, sich finanziell zu stabilisieren. Einen endgültigen Plan für die Zukunft hat sie noch nicht. «Vielleicht kehre ich eines Tages ins Wallis zurück, wo mein Herz liegt», sagt sie. Während ihrer schweren Zeit gaben ihr besonders ihre vier Kinder Halt. «Ich musste für sie ‹das starke Mami› sein und habe oftmals für sie weitergemacht», erinnert sie sich zurück. Eines ist sicher: Ihre Leidenschaft für die Gastronomie ist ungebrochen, auch wenn sie das Kapitel Bahnhöfli schliessen musste. «Es geht immer weiter. Man kommt immer wieder auf die Beine, egal wie schwer es ist.» Alexandra Müller bleibt positiv und schaut nach vorn. Die Gastronomie hat sich in den letzten Jahren stark verändert und die Herausforderungen sind gewachsen, doch für Alexandra war es immer mehr als nur ein Job – es war eine Berufung.

Zurück auf der Bühne: Die Funkband Maltschik tauft ihr zweites Album «Control»

Am kommenden Freitag feiert die Funkband um die Sirnacher Leonetti-Brüder die Plattentaufe ihres zweiten Albums im Kulturzentrum Gare de Lion in Wil.

12.11.2024 - Text/Bilder: Jan Isler

Sirnach/Region - Kennen Sie dieses Gefühl, wenn Ihnen eine Sache so richtig Spass macht? Aber so richtig Spass. Nicht nur ein bisschen, sondern so viel Spass, dass Sie damit bereits grosse und kleine Erfolge verzeichnen können. So geht es zurzeit den beiden Sirnacher Brüdern Luca und Mattia Leonetti, Elia Grillo, Simon Hagmann sowie seiner Schwester Ella Hagmann. Die fünf bilden die Funkband Maltschik, die am kommenden Samstag die Plattentaufe ihres Werks «Control» im Wiler Kulturzentrum Gare de Lion feiern. Warum die Freude am Tun an sich für sie eine zentrale Rolle bei der Entstehung ihrer zweiten Platte gespielt hat und wie sie als Band zusammengewachsen sind, hat die REGI-Zeitung herausgefunden.

Ella Hagmann, Mattia Leonetti, Elia Grillo, Simon Hagmann und Luca Leonetti (von links) bilden die Funkband Maltschik.

Zeit, die sich die Band genommen hat

Fünf Freunde, die sich während der gemeinsamen Jahre an der Kanti Wil kennengelernt und gemeinsam entschieden haben, Musik zu machen: Das ist nüchtern gesagt die Band Maltschik. Für die Mitglieder ist es allerdings viel mehr als das. Musik zu machen, zu erforschen und vor allem zu teilen, liegt ihnen ganz besonders am Herzen, wie sich im persönlichen Gespräch mit den Mitgliedern in ihrem Proberaum in Bazenheid schnell herauskristallisiert. Besonders Letzteres dürfen sie bald wieder, denn «Control» wird bald getauft. Nachdem sie im November 2023 den Kulturförderpreis der Stadt Wil bekommen haben, begann die Arbeit am zweiten Album. «Es überwiegt bei allen die Vorfreude, das ist, denke ich mal, klar», sagt Luca Leonetti, ehe Bandkollege Simon Hagmann ergänzt: «Man will der Hörerschaft auch endlich das präsentieren, an dem wir alle vier Jahre gesessen haben.» Vier Jahre voller Höhen und Tiefen, wie sich zeigt. «Die schwierigste Phase war die Zeit der Pandemie», erinnert sich Mattia Leonetti. Er erzählt, wie mühsam es war, sich nicht für Proben verabreden zu können und wie das Finden von Aufnahmetagen eine zusätzliche Herausforderung darstellte. «Maltschik findet bei allen in der Freizeit statt», kommentiert Ella Hagmann und erwähnt weiter, dass sich die Band auch gerne die nötige Zeit für ihre Werke nimmt. Eine Zeit, in der sich die Welt gewandelt hat, aber auch die Bandmitglieder selbst verändert haben.

Kontrolle über wen?

Mit «Control» kommt ein geradliniges und konkreteres Album auf die Hörer zu. Anders als frühere Werke, die, wie die Band selbst beschreibt, einen Mix aus verschiedenen Stilrichtungen boten. «Jeder von uns persönlich, wir als Band, aber auch unsere Musik haben sich weiterentwickelt», sagt Simon Hagmann, und seine Schwester ergänzt: «Beim ersten Album gab es viele Wechsel zwischen Synthesizer und Keys. Jetzt ist alles deutlich fokussierter.» Schlagzeuger Elia Grillo beschreibt das neue Album kurz und knapp als eingängiger, tanzbarer und poppiger. «Es ist ein eigener Sound geworden», ergänzt Luca Leonetti.

«Keine politischen Botschaften verbreiten»

Dieser Fokus zeigt sich auch beim Albumtitel. Die Bandmitglieder erzählen, wie sie während des Entstehungsprozesses die vollständige Kontrolle (englisch «control») über ihr Schaffen hatten. Ein wesentlicher Unterschied war dabei das Aufnehmen im eigenen Studio – ohne sich an feste Tage halten zu müssen. «Der Albumtitel ist keineswegs mit Kontrolle haben oder bekommen zu assoziieren», so Simon Hagmann, und ergänzt: «Es ist ein Ausdruck unseres eigenen Wegs, den wir bei der Plattenproduktion und im Entstehungsprozess gegangen sind.» Die Band will keine politischen Botschaften verbreiten, sondern liebt es einfach gemeinsam Musik zu machen. «Das Gefühl ist wichtiger als die Botschaft», so Hagmann. In den vier Jahren hat sich auch innerhalb der Band einiges getan. Die Truppe ist zusammengerückter denn je, und jeder übernimmt seine Aufgaben – nicht nur auf der Bühne mit einem Instrument in der Hand. So erzählt Luca Leonetti, wie doch einiges an administrativem Aufwand zusammenkommt und wie wichtig es ist, diesen sauber zu führen. «Das ist besonders bei der Organisation von Auftritten wichtig», ergänzt sein Bruder. Im konkreten Fall der Plattentaufe hat ihnen der Veranstaltungsort Gare de Lion unter die Arme gegriffen. «Wir verbinden viel mit diesem Ort, waren zu Kantizeiten dort im Ausgang oder haben schon einige Gigs gespielt. Auf jeden Fall ganz viele schöne Erinnerungen», erzählt Elia Grillo und erntet Zustimmung von seinen Freunden, die erzählen, dass auch die bevorstehende Plattentaufe ohne das Gare de Lion gar nicht möglich wäre. Wie ist die Gefühlslage wenige Tage davor?

Ein grosses Fest am Freitag

Die Bandmitglieder von Maltschik blicken voller Vorfreude auf die bevorstehende Plattentaufe ihres neuen Albums. Für Ella Hagmann ist es ein ganz besonderer Moment: «Es ist immer eine Party im Gare de Lion. Ich kann es kaum erwarten, endlich live zu sehen, wie die Leute auf unsere neuen Songs reagieren.» Die Band geniesst die Auftritte, bei denen sie den Vibe spüren und die Energie mit dem Publikum teilen können. «Das ist der Moment, auf den wir lange hingearbeitet haben», fügt sie hinzu. Auch Elia Grillo freut sich riesig: «Nach so viel Arbeit, Gedanken und auch Frustration ist es schön, endlich das fertige Produkt zu präsentieren und mit den Leuten zu feiern.» Er sieht die Plattentaufe als Gelegenheit, mit langjährigen Fans und neuen Gesichtern ein grosses Fest zu feiern. «Die Songs sind endlich fertig, und wir können sie mit allen teilen», sagt er stolz. Simon Hagmann hofft, dass das neue Album noch mehr Menschen erreicht und die Band einem grösseren Publikum näherbringt. «Unser grösster Wunsch ist es, dass die Leute durch das Album neugierig auf unsere Live-Auftritte werden. Wir leben für die Bühne und können es kaum erwarten, die Songs live zu spielen und die Resonanz des Publikums zu erleben.» Für die Band ist es ein wichtiger Meilenstein, und sie dürfen stolz auf die zehn Songs sein, die sie gemeinsam geschaffen haben.

Ursula Thomi hat in Ihren 54 Jahren im eigenen Fotofachgeschäft schon vieles erlebt und ist weit im Hinterthurgau herum bekannt für Ihre Arbeit.

Foto Thomi: «Die Fotografie ist mein Leben»

Kaum ein Sirnacher, der das Fotogeschäft Ursula Thomi nicht kennt. Was treibt die zweimal vierzigjährige Fotografin heute noch an?  

29.10.2024 - Text/Bilder: Jan Isler/Fabienne Wild

Sirnach – Wer kennt es nicht, das Fotofachgeschäft von Ursula Thomi. Seit 54 Jahren betreibt sie ihren kleinen, aber feines Atelier an der Fischingerstrasse 26. Im Oktober 1970 übernahm Ursula Thomi im Alter von 26 Jahren das Fotogeschäft von Fotograf Lehner. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits tief in der Welt der Fotografie verwurzelt, da sie in den 1960er Jahren begonnen hatte, selbst zu fotografieren. Ihre Leidenschaft für diesen Beruf war jedoch schon viel früher entflammt. Aufgewachsen in Solothurn Süd, wurde sie bereits als Kind von ihrem Vater, einem Hobbyfotografen, inspiriert. «Für mich gab es nichts anderes als die Fotografie», erinnert sie sich zurück. Ihre Ausbildung begann sie mit 18 Jahren. Sie machte eine vierjährige Lehre als Fotografin in einem renommierten Betrieb, während sie die Gewerbeschule in Bern besuchte. «Besonders stolz bin ich darauf, dass ich auch die Arbeit im Labor von Grund auf gelernt habe», sagt sie beim gemeinsamen Gespräch in ihrem Studio. Besonders angetan ist sie von der Natur und der Pflanzenwelt. Diese Faszination begleitet sie seit ihrer Kindheit, da sie in einem Paradies am Waldrand aufwuchs. «Die Lebendigkeit der Natur, das Wesen der Bäume und Pflanzen hat mich schon immer fasziniert.» Aber auch das Wesen der Menschen zieht sie in ihren Bann. Während ihrer Lehrzeit in einem Atelier hat sie gelernt, Menschen auf eine besondere Weise zu porträtieren. «Ich habe bestimmt Tausende von Menschen fotografiert», berichtet sie stolz. Schon vor der Lehre war sie also von der Naturfotografie begeistert. Seit den Anfängen hat sich die Fotografie enorm verändert. «Damals haben wir noch analog gearbeitet, die chemische Verarbeitung war ganz anders als heute», sagt Ursula Thomi. Sie beschreibt, wie sie 1970 in ihrem Geschäft noch ein Farb- und Schwarz-Weiss-Labor betrieb. Weiter war sie Jahrzehnte lang in der technischen Industriefotografie tätig. «Die grösste Veränderung war der Übergang zur digitalen Fotografie, mit der man sich arrangieren musste», sagt sie. Trotz dieser Umstellungen hat Thomi ihre Begeisterung für die Fotografie nie verloren, diese gab sie auch an ihre insgesamt 13 Lehrlinge weiter.

Beharrlichkeit und Schnelligkeit

Auf die Frage, welche Fähigkeiten für eine erfolgreiche Karriere als Fotografin notwendig sind, antwortet sie mit einem Lächeln: «Beharrlichkeit!» Diese Eigenschaft hat sie über ihre gesamte Karriere hinweg begleitet und lässt sie bis heute mit Leidenschaft und Faszination an ihrer Arbeit festhalten. «Es ist wichtig, an einem Ziel oder Vorhaben konsequent festzuhalten, auch wenn es Schwierigkeiten oder Rückschläge gibt.» Ein weiteres Talent, das sie auszeichnet, ist ihre Schnelligkeit. Sie war immer in der Lage, schnell und präzise zu arbeiten, was ihr im Lauf der Zeit viele zufriedene Kunden bescherte. So auch den REGI-Redaktionsleiter selbst, dessen Kindheitsbüsi «Sämi» noch heute im Schaufenster steht. Obwohl es Zeiten gab, in denen sie überlegt hat, an anderen Orten zu arbeiten, kehrte sie stets gerne nach Sirnach zurück. «Hier bin ich stationiert und habe nie etwas anderes gewollt», sagt Ursula Thomi, die schon seit längerem in Märwil wohnt.

Herausforderungen und Lieblingsprojekte

Ursula Thomi hat in ihrer Karriere viele Herausforderungen gemeistert, sei es im privaten oder beruflichen Bereich. «In schwierigen Zeiten war die Arbeit eine grosse Hilfe für mich», sagt sie und erwähnt erneut die Beharrlichkeit, die am Anfang des Gesprächs Thema war. Bei der Frage nach ihrem Lieblingsbild, winkt sie lachend ab. «Das sind zu viele», sagt sie. Der persönliche Stil in ihren Fotografien war ihr immer wichtig. «Nur das Beste ist gut genug», lautet ihre Philosophie, die sie durch ihre hohe Eigenmotivation entwickelt hat. «Es ist wichtig, den Wert eines Bildes zu erkennen und sich selbst wertzuschätzen», betont sie. Auch wenn heutzutage viele Menschen mit ihren Handys fotografieren, sieht sie dies gelassen: «Es gibt viele, die gute Bilder machen, aber es ist die Bearbeitung, die den Unterschied macht.» Am Herzen liegen ihr auch Portraitbilder für Bewerbungsdossiers. «Es ist mir ein Anliegen die Person passend zu ihrer Bewerbung und Persönlichkeit zu fotografieren.» Zu einem weiteren Karrierehighlight gehören die unzähligen an grossen und kleinen Ausstellungen, die Ursula Thomi im Laufe der Zeit mit ihren Werken bestückt hat. Im Weiteren gewann sie im Jahr 2006 einen Fotowettbewerb in Zürich und arbeitet viel für das Buch «Falten falten» mit Walter Arn und Fridolin Gähwiler und «Faszination Kugel» des Lehrmittelverlags St.Gallen.

Zukunftspläne und die Rolle der Fotografie in ihrem Leben

Obwohl Ursula Thomi schon vor 15 Jahren hätte aufhören können, war das für sie nie eine Option. «Das wäre eine Katastrophe für mich gewesen. Die Fotografie ist meine Passion.» Auch heute, nach über 50 Jahren im Geschäft, denkt sie nicht daran, aufzuhören. «Ich mache weiter, solange ich kann und will», sagt sie mit einem Augenzwinkern. Eine Nachfolgerlösung gibt es aktuell nicht, aber sie hat dennoch einen Rat an junge Fotografen auf Lager: «Schätze dich selbst und deine Arbeit. Sei nicht zu kritisch und achte darauf, was du tust.» Dies war besonders in Zeiten der digitalen Veränderung wichtig. Die Digitalisierung vor rund 25 Jahren hat ihr Geschäft grundlegend verändert, aber Ursula Thomi hat sich angepasst und ihren Weg gefunden, weiterzumachen. «Es musste einfach sein, ich habe es gemacht und es war die richtige Entscheidung.» Heute plant sie, so lange wie möglich ihrer Leidenschaft treu zu bleiben – die Fotografie wird immer ein zentraler Teil ihres Lebens bleiben. 

Der jüngste Gemeinderat im Bezirk Münchwilen kommt aus Fischingen

Ramon Scherrer, ab 1. Januar 2025 der jüngste Gemeinderat von Fischingen, vor dem Gemeindehaus. Mit nur 21 Jahren bringt er frischen Wind in die Gemeindepolitik.

Ramon Scherrer spricht im Interview über seine Motivation, seine Ziele für die Zukunft und die Bedeutung von Vernetzung und Engagement in der Gemeinde.

22.10.2024 - Text/Bilder: Jan Isler

Fischingen - Ramon Scherrer wurde am letzten Wahlsonntag im September mit 606 Stimmen in den Gemeinderat von Fischingen gewählt. Mit seinen erst 21 Jahren bringt er frischen Wind in die Gemeindepolitik und vertritt eine neue Generation von Bürgern. Trotz seines jungen Alters ist Scherrer bereits tief im Dorfleben verwurzelt und engagiert sich seit Jahren in verschiedenen Vereinen und der Freiwilligen Feuerwehr.

Ramon Scherrer, wie fühlt es sich an, der jüngste Gemeinderat im Bezirk zu sein?

Es ist mega cool zu sehen, dass auch junge Leute etwas bewirken können, wenn man im Dorf engagiert ist und die Leute kennt. Ich habe meine Lehre hier gemacht und bin in das Gemeindeleben hineingewachsen. Jetzt bin ich derjenige, der am Anfang seiner beruflichen Karriere steht, und es ist ein gutes Gefühl, dass die Leute bewusst gesagt haben: «Ja, wir wählen den 21-jährigen Ramon Scherrer.» Ich habe viele positive Rückmeldungen erhalten, sowohl vor als auch nach der Wahl. Die Leute interessieren sich für das, was in der Gemeinde passiert, und das motiviert mich noch mehr, Gas zu geben.

Was hat Sie motiviert, für den Gemeinderat zu kandidieren, und warum haben Sie sich für die Mitte-Partei entschieden?

Ruben Gemperle hat mich im Turnverein auf die Junge Mitte und die letzten Kantonsratswahlen angesprochen. Nach dem Militär hatte ich Zeit, mich damit auseinanderzusetzen, und fühlte mich der Mitte zugehörig. Die Mitte-Partei vertritt meine Meinung. Im November 2023 bin ich der Mitte beigetreten und habe auch für die Kantonsratswahlen kandidiert. Bei den Wahlen für das Gemeindepräsidium wurde dann Alfons Brühwiler gewählt, und seine Gemeinderatsposition wurde frei. Man fragte mich aus der Mitte Fischingen an, ob ich Interesse habe. Nach Klärung offener Fragen habe ich meine Kandidatur eingereicht.

Wie haben Sie es geschafft, mit nur 21 Jahren 606 Stimmen zu holen?

Das Vereinsleben spielt eine grosse Rolle. Ich erledige diverse Aufgaben im Turnverein, war im OK der letzten Thurgauer Meisterschaft im Einzelgerätturnen und bin in der Freiwilligen Feuerwehr. Dadurch bin ich gut vernetzt. Ich habe Flyer verteilt und bin auf den sozialen Medien aktiv geworden. Es hat sich dann herumgesprochen, und selbst Leute, die ich nicht kenne, haben mich angesprochen. Das hat mir gezeigt, wie viel eine gute Vernetzung bringt.

Sie haben im Gemeindeblatt mit dem Slogan «Jung, engagiert, vernetzt» geworben. Was bedeutet dieser Slogan für Sie?

Mir war wichtig, dass ich mit ein paar Schlagworten klar mache, was mich auszeichnet. «Jung» bin ich, «engagiert» auch, wie man an meiner bisherigen Arbeit sieht. «Vernetzt» bin ich durch meine Aktivitäten im Dorf, was vieles einfacher macht, da man die Leute kennt und weiss, wen man ansprechen kann.

Welche Themen und Projekte möchten Sie während Ihrer Amtszeit besonders vorantreiben?

Der Neubau des Sportplatzes ist eines der grossen Projekte, das bereits in Planung ist. Wir haben auch viele Bautätigkeiten und müssen sicherstellen, dass wir für die neuen Einwohner ausreichend Infrastruktur bereitstellen, zum Beispiel für die Schule oder Turnhallen. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Förderung des Tourismus und der Kultur, wie Wanderwege und der Kloster-Tourismus.

Wie planen Sie, die Bedürfnisse der jüngeren Generation in Ihre Entscheidungen einzubeziehen?

Die jungen Leute kommen auf mich zu, und ich bin ein offenes Sprachrohr für sie. Der Gemeinderat trifft zwar Entscheidungen, aber letztendlich liegt die Macht beim Stimmvolk. Es ist wichtig, verschiedene Sichtweisen einzubeziehen, und dafür bin ich immer offen.

Wie sehen Sie Ihre Rolle als Gemeinderat im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedern?

Ich vertrete die jüngere Generation. Wir müssen uns erst noch konstituieren und sehen, welche Aufgabenbereiche jeder bekommt. Aber ich bin überzeugt, dass ich durch mein Wissen über digitale Medien einen frischen Blick und Innovationen einbringen kann. Es ist wichtig, alte Strukturen zu hinterfragen und neue Ansätze zu verfolgen.

Könnten andere Gemeinden im Bezirk ebenfalls eine Verjüngungskur gebrauchen?

Das kann ich nicht beurteilen (lacht). Es sollte immer eine gesunde Mischung sein. Man muss die gesamte Stimmbevölkerung vertreten, und eine gute Balance zwischen den Generationen ist wichtig.

Welche Herausforderungen erwarten Sie in Ihrer neuen Rolle, und wie möchten Sie damit umgehen?

Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst und möchte den Überblick in allen Bereichen bekommen. Es wird sicherlich Herausforderungen geben, aber ich bin motiviert, mich einzuarbeiten und aktiv mitzuwirken.

Wie wichtig ist Ihnen die Vernetzung mit anderen Gemeinden und Institutionen, und wie wollen Sie dies fördern?

Das ist extrem wichtig, besonders im Vereinswesen. Der Austausch mit den Vereinen wird aktuell erweitert und andere Gemeinden und Akteure werden wo nötig bereits integriert. Es ist entscheidend, diese Kontakte zu pflegen und auszubauen.

Welches Ressort würden Sie gerne übernehmen?

Es sieht so aus, als könnte Tiefbau /Versorgung / Energie frei werden, was mich interessiert. Auch der soziale Bereich wäre spannend. Am Ende bin ich offen für alles und freue mich auf die Herausforderungen.

Was sind Ihre persönlichen Ziele für die Gemeinde Fischingen in den kommenden Jahren?

Für die nächsten 2,5 Jahre möchte ich mich gut in mein Ressort einarbeiten und einen positiven Einfluss haben. Es ist ein Privileg, im Gemeinderat zu sein, und ich hoffe, durch meine Arbeit etwas zu verbessern und neue Ansätze einzubringen. Mein Ziel ist es, Schritt für Schritt positive Veränderungen zu bewirken.

«Juhui, morn isch wieder Joohrmarkt z’Fischingä»

Gemeinderat Thomas Plüss und Astrid Senn von der Tourismuskommission freuen sich gemeinsam mit der Bevölkerung auf die schönsten Tage im Jahr.

11.10.2024 - Text/Bilder: Jan Isler

Gemeinderat Thomas Plüss und Astrid Senn von der Tourismuskommission freuen sich.

Fischingen – Morgen beginnt in Fischingen der lang erwartete Jahrmarkt – ein Anlass, auf den sich nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Gemeinde- und Vereinsvertreter freuen. Gemeinderat Thomas Plüss und Astrid Senn von der Tourismuskommission betonen, dass diese Tage zu den schönsten des Jahres zählen. «Für viele weggezogene Fischinger ist es eine Art Klassentreffen und Heimkehr in diesen Tagen», sagt Plüss. Der Jahrmarkt bietet auch in diesem Jahr eine Vielzahl von Attraktionen und Aktivitäten für Jung und Alt und ist ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Fischingen. Dies schon seit über 300 Jahren, wie Astrid Senn erzählt. Sie beschäftigt sich intensiv mit der Geschichte des Jahrmarkts und erklärt, dass der Markt seinen Ursprung im Jahr 1687 hat. «Deutsche und Westschweizer Händler wollten ihre Ware im Hinterthurgau anbieten. Das hat den Fischingern nicht gepasst», erklärt sie mit einem Schmunzeln.

Mittelaltermarkt, Metzgete und Milchkannenwerfen

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist der Mittelaltermarkt. Im historischen Klosterareal können Besucher altes Handwerk live erleben und selbst ausprobieren. «Von Schmiedekunst bis hin zu traditionellen Handarbeitstechniken werden die Künste vergangener Zeiten in authentischer Atmosphäre präsentiert», sagt Senn, die sich besonders auf die diesjährige Premiere freut. Neben dem Mittelaltermarkt sorgt der Fischinger Jahrmarkt auch für kulinarische Genüsse. Die Festwirtschaften bieten eine Vielzahl von Speisen, darunter die beliebte Jahrmarkt-Metzgete sowie einen Spaghetti- und Ravioliplausch. Musikalisch untermalt wird das Fest von den Örgeli-Fätzern und der Metallharmonie Dussnang-Oberwangen. Wer es sportlich mag, kann sich beim berühmten Milchkannenwerfen des Skiclubs Fischingen oder der Ballschussgeschwindigkeits-Messung des FC Dussnang messen. «Wir haben in diesem Jahr versucht, Tradition mit Moderne zu kombinieren, und hoffen, dass es bei den Zuschauern Anklang findet», so Plüss. Auf die Frage, wie viele Besucher die Hinterthurgauer Gemeinde in den kommenden Tagen erwartet, meint Plüss, dass die Zuschauerzahlen bisher noch nie gezählt wurden. «Mehrere Tausend auf jeden Fall», schmunzelt er.

«Unser facettenreiches Dorf»

Auch für Kinder wird einiges geboten: Ein Kinderzug und Schiessstand laden zum Mitmachen ein, und die Feuerwehr Fischingen gibt in ihrer Rauchgarage spannende Einblicke in ihre Arbeit. Zudem können Besucher das Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr bestaunen. «Es ist schön, dass wir unser facettenreiches Dorf an einem Ort vereinen können und sich jeder präsentieren kann», so Senn. Am Samstagabend lädt der Skiclub Fischingen zu seinem traditionellen Preisjassen ein, gefolgt von einer Bar mit DJ Iggy. Am Sonntag und Montag geht das bunte Treiben weiter, mit musikalischen Darbietungen, Vereinsfesten und weiteren Attraktionen für die ganze Familie. Die Marktteilnehmenden, die Vereine sowie die Tourismuskommission und der Gemeinderat Fischingen freuen sich auf zahlreiche Besucher. «Da das Parkplatzangebot begrenzt ist, wird empfohlen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen», so Plüss abschliessend.

Selina Scherrer (rechts), frischgebackene Siegerin der kantonalen Berufsmeisterschaft, gemeinsam mit ihrer Lehrlingsverantwortlichen Julia Isenegger.

Selina Scherrer gewinnt kantonale Berufsmeisterschaft – Ein grosser Schritt in Richtung SwissSkills

Die 17-jährige Selina Scherrer aus Münchwilen und Lehrlingsverantwortliche Julia Isenegger vom Wohn- und Pflegezentrum Neuhaus in Wängi sprechen über den herausragenden Erfolg.

08.10.2024 - Text/Bilder: Jan Isler

Wängi – Selina Scherrer aus Münchwilen hat es geschafft. Die Lernende zur Fachfrau Gesundheit (FaGe EFZ) im dritten Lehrjahr im Wohn- und Pflegezentrum Neuhaus in Wängi sicherte sich den ersten Platz bei den diesjährigen kantonalen Berufsmeisterschaften. Der Sieg bringt ihr nicht nur Glückwünsche, sondern auch eine besondere Chance: die Teilnahme an den SwissSkills 2025 – ganz zur Freude von Julia Isenegger, die die Lehrlingsverantwortung im Wohn- und Pflegezentrum Neuhaus trägt.

Ein unvergesslicher Moment

Selina Scherrer war überwältigt, als sie erfuhr, dass sie den Wettbewerb gewonnen hat. «Es ist unglaublich! Ich konnte es kaum realisieren», erzählt sie begeistert. Für sie war die Teilnahme eine wichtige Vorbereitung auf ihre bevorstehende Lehrabschlussprüfung im nächsten Sommer. Auch wollte sie die Möglichkeit nutzen, ihren Beruf vor einem breiten Publikum zu repräsentieren. «Das andere Setting und der Druck, fünf Minuten vor Beginn zu erfahren, in welchem Bereich man geprüft wird – das war eine besondere Herausforderung. Aber gerade diese Flexibilität und das breite Spektrum an Aufgaben hat mir Spass gemacht», berichtet sie. Für den Wettbewerb musste Selina bereit sein, ihre Fähigkeiten in unterschiedlichen Pflegebereichen unter Beweis zu stellen. Sie wurde dann im Bereich Spitex geprüft und besonders in Erinnerung geblieben ist ihr die Tatsache, dass sie spontan eine Tasche mit Pflegeutensilien packen musste. «Es ist zwar nicht alles perfekt gelaufen, aber das gehört dazu», sagt sie rückblickend. Besonders gefreut hat sie, dass das Neuhaus-Team eine Art Teamausflug an die Berufsmeisterschaft veranstaltet hat und so nicht nur Julia Isenegger, sondern auch Mitlehrlinge, die Zentrumsleiterin Manuela Rast und sogar ehemalige Lernende mit dabei sein konnten. «Ich war überwältigt und es hat mir sehr den Rücken gestärkt. Wir sind eine Familie hier im Neuhaus», sagt sie.

Motivation von klein auf

Selina wusste schon früh, dass ihr Herz für die Pflege schlägt. «Schon als kleines Mädchen habe ich die SwissSkills verfolgt», sagt sie und fügt hinzu, dass sie seitdem das Ziel hatte, eines Tages selbst an einem Wettbewerb teilzunehmen. Ihr grosses Interesse für die Pflege, gepaart mit ihrer Begeisterung für die SwissSkills, hat sie dazu motiviert, die Herausforderung für die kantonale Berufsmeisterschaft anzunehmen. Ihre Ausbildungsstätte sowie ihre Bildungsverantwortliche Julia Isenegger unterstützten sie intensiv bei den Vorbereitungen. «Wir haben sie regelmässig begleitet und speziell auf ihre Teilnahme hingearbeitet», erklärt Julia Isenegger, die insgesamt die Verantwortung über 13 Lernende trägt. Dabei wurden Lerntage und Praxisübungen gezielt auf die Anforderungen der Berufsmeisterschaft ausgerichtet. Julia Isenegger lobt ihren Schützling: «Selina ist sehr zielstrebig, wissbegierig und konzentriert. Sie fordert sich selbst immer heraus – eine Lernende, wie man sie sich eben wünscht.»

Zukunftspläne und SwissSkills 2025

Der Sieg bei der kantonalen Berufsmeisterschaft ist für Selina Scherrer nicht nur eine Bestätigung ihrer Fähigkeiten, sondern auch ein Ansporn für die Zukunft. Sie plant, nach ihrer Lehre weiterhin im Pflegebereich zu arbeiten und im Herbst 2025 an die Höhere Fachschule zu gehen. «Ich möchte noch mehr Bereiche der Pflege kennenlernen», so die junge Gewinnerin. Mit Blick auf die SwissSkills 2025 bleibt sie jedoch fokussiert: «Zuerst steht der Lehrabschluss im Vordergrund, aber ich freue mich schon auf die neuen Herausforderungen, die bei den SwissSkills auf mich warten.»

Ein Vorbild für andere Lernende

Selina hat auch einen Rat für andere Lernende im Pflegebereich, die an Wettbewerben teilnehmen möchten: «Schnuppert rein! Der Pflegeberuf bietet so viele verschiedene Fachbereiche. Es ist ein spannender und abwechslungsreicher Beruf, den ich immer wieder wählen würde.» Mit Unterstützung ihrer Ausbildungsstätte, die ihren Lernenden nicht nur durch monatliche Lerntage, sondern auch durch besondere Anreize wie Essensgutscheine und kostenlose Parkplätze, täglichen gratis Znüni und Getränke entgegenkommt, ist Selina bestens auf ihre Abschlussprüfung vorbereitet.

Ein Jahr Housesitting im Toggenburg: Von zwölf Quadratmetern im Camper auf mehrere hundert im abgelegenen Wohnhaus

Wie der Alltag des Influencerpaars Lui Eigenmann und Steffi Rickenbacher aussieht und wie es ist, Langzeitgast in einem fremden Haus zu sein. Welche Arbeiten stehen an und wer ist für was zuständig? Ein Blick hinter die Kulissen und Tipps für angehende Housesitter. 

05.07.2024 - Text/Bilder/Videos: Jan Isler

Steffi Rickenbacher und Lui Eigenmann wohnen normalerweise in ihrem gelben Camper Maja. Für ihr aktuelles Projekt ist das Paar in ein Toggenburger Wohnhaus gezogen und lässt ihre Follower daran teilhaben.

Toggenburg - Lui Eigenmann und Steffi Rickenbacher hatten schon viele Rollen in ihrem Leben. Er als gelernter Sanitärinstallateur und Journalist, sie als Versicherungsangestellte. Seit einigen Jahren sind sie mit ihrem Campervan Maja als Influencer mit @comewithus2 und Autoren im Bereich Camping unterwegs. Mit der neuen Rolle als Housesitter mussten sie sich erst vertraut machen. Zurzeit arbeitet Lui Eigenmann hälftig als Redaktionsleiter einer Wochenzeitung und als Influencer. Steffi Rickenbacher hingegen arbeitet nur für den gemeinsamen Kanal und hat kürzlich einen gebundenen Reiseführer über Deutschland im Bruckmann-Verlag veröffentlicht. 

Mehr Informationen zu den beiden lesen Sie weiter unten. 

Ihr aktuelles Projekt unterscheidet sich deutlich von ihren bisherigen. Das Haus liegt im Obertoggenburg und ist in die hügelige Landschaft eingebettet. Umrahmt von einer Bergkulisse gibt es um das Haus viel zu entdecken. Hühner gackern umher, die drei Katzen spielen in der Wiese und im Hintergrund blubbert der Whirlpool. Mittendrin Lui Eigenmann und Steffi Rickenbacher. 

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haus gehütet

Im Video erklärt Steffi Rickenbacher ihr Aufgabenfeld draussen an der frischen Luft und wie sie das Haus gefunden hat: 

Im Kurzinterview spricht Lui Eigenmann über seine "Ämtli" im Haus: 

Während der Putzarbeiten ging Lui Eigenmann ein Trinkglas kaputt. «Es war schon ein wenig komisch, da es ja nicht das eigene ist», sagt er. Im Haus selbst sind auch viele Zimmer leer.

Denn mehr als das Untergeschoss mit Küche und Wohnzimmer sowie das Schlaf- und Badezimmer brauchen die beiden nicht. Platz hätte es aber allemal für eine Vielzahl an Gästen. Diese sind auch schon zahlreich vorbeigekommen, wie sie sagen. «Für die Familie und unsere Freunde ist es ein Highlight, hier hochzukommen», sagt der 35-jährige Lui Eigenmann. Er selbst ist froh, in der Schweiz zu sein nach den vielen Jahren des Reisens.

Zusammenarbeit hat Priorität

Dass er als Mann für den Haushalt zuständig ist, stört ihn nicht. «Ich glaube, ein Erfolgsrezept für unseren Kanal, aber auch für unsere Beziehung ist, dass sich jeder in dem Bereich ausleben kann, in dem er seine Stärken sieht.» Für beide ist es aber auch wichtig, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Während ihrer Zeit im Haus stehen auch allerhand Projekte rund ums Thema Camping an. So sind sie in diesem Jahr noch an verschiedenen Messen zu Gast. Ein Highlight wird eine weitere Reise durch Italien, die die beiden im Sommer in Angriff nehmen. Während dieser Zeit wird das Haus von Familienmitgliedern oder Freunden gehütet. Denn die Tiere wollen auch versorgt sein.

Lui Eigenmann ist für die Hausarbeit zuständig und redet im Kurzinterview über seinen Tätigkeitsbereich. «Ich bin ein ordnungsliebender Mensch», erzählt er. 

Dieses aus faden geformte Herz ist eines der wenigen persönlichen Dingen, die das Paar ins Haus mitgebracht hat. 

Ihre neueste Heimat, ein 8-Zimmer-Haus, liegt im Obertoggenburg. Das Haus ist etwas abseits in der Natur gelegen und ein Abenteuerspielplatz für Outdoorfans. Zusammen mit Katzen und Hühnern leben die beiden in dem Anwesen, das einer einheimischen Familie gehört, die sich ein Jahr lang einem eigenen Projekt widmet.

«Auch nach einem halben Jahr gibt es immer noch viel zu entdecken,» sagt Steffi Rickenbacher. Handwerkliche Arbeit liegt ihr besonders gut. Deshalb ist es naheliegend, dass sie für den fussballfeldgrossen Bereich draussen ums Haus herum zuständig ist. Dieser umfasst nicht nur die Tiere, sondern auch den Garten und die angebaute Ferienwohnung mit dem Highlight des Hauses: dem Outdoor-Whirlpool.

Das Aufgabenfeld draussen gefällt der 35-jährigen Contentcreatorin sehr. Auch beim letzten Projekt in Lappland war Steffi Rickenbacher viel ums Haus herum unterwegs und hat sich um den Umschwung gekümmert.

Coco und seine sieben Hühner

Die sieben Hühner rund um Hahn Coco halten die beiden regelmässig auf Trab. Sogar in der Küche. Denn die Hühnerdamen legen täglich sechs bis sieben frische Eier, die verwendet werden müssen. «Wir machen viel Pasta oder Omeletten selbst oder brauchen die Eier anderweitig zum Kochen», sagt sie. 

Gemeinsames Kochen ist den beiden in ihrer Beziehung sehr wichtig. Dies geschieht in der Küche im Erdgeschoss des Hauses, für dessen Innenleben Lui Eigenmann zuständig ist.

Während der Zeit im Haus bleibt Camper Maja auf dem Parkplatz zurück. Doch für Messe- oder Festivalbesuche kommt sie hin und wieder zum Einsatz.  

Wem würden die beiden Housesitting empfehlen?

Wo finde ich Anbieter von Housesitting?

House-Sitting-Häuser zu finden, kann eine spannende Möglichkeit sein, neue Orte zu erkunden und dabei kostengünstig zu wohnen. Hier sind einige Schritte und Tipps, wie man erfolgreich House-Sitting-Aufträge findet:


Nutzung von Online-Plattformen: Melden Sie sich bei spezialisierten House-Sitting-Plattformen an. Einige der bekanntesten und am häufigsten genutzten Plattformen sind:

  • TrustedHousesitters: Eine der grössten und vertrauenswürdigsten Plattformen weltweit. Sie bietet eine umfangreiche Datenbank an House-Sitting-Aufträgen.
  • Nomador: Besonders in Europa und Australien beliebt, bietet diese Plattform eine Vielzahl von Angeboten und eine Community, die auf Vertrauen und Austausch basiert.
  • HouseCarers: Eine weitere weit verbreitete Plattform, die eine einfache Suche nach House-Sitting-Jobs ermöglicht.

Erstellen Sie ein ansprechendes Profil: Ihr Profil ist Ihre Visitenkarte. Geben Sie detaillierte Informationen über sich selbst, Ihre Erfahrungen, Fähigkeiten und Verfügbarkeiten an. Fügen Sie auch Referenzen hinzu, wenn Sie bereits House-Sitting-Erfahrungen haben.

Suche nach passenden Angeboten: Durchsuchen Sie regelmäßig die Angebote auf den Plattformen. Nutzen Sie Filter, um Ihre Suche auf bestimmte Regionen, Zeiträume oder spezielle Anforderungen (wie Haustierpflege) einzugrenzen.

Bewerben Sie sich proaktiv: Sobald Sie ein passendes Angebot gefunden haben, bewerben Sie sich schnell und professionell. Schreiben Sie eine individuelle Nachricht an die Hausbesitzer, in der Sie Ihre Motivation und Ihre Eignung für den Auftrag erklären.

Aufbau von Vertrauen und Beziehungen: Kommunikation ist der Schlüssel. Seien Sie offen und transparent in Ihren Gesprächen mit den Hausbesitzern. Klären Sie alle Details im Voraus, um Missverständnisse zu vermeiden.

Nutzen Sie soziale Netzwerke und Foren: Es gibt auch Facebook-Gruppen und andere Online-Communities, die sich auf House-Sitting spezialisiert haben. Diese können eine gute Ergänzung zu den großen Plattformen sein.

Regionale Plattformen und Kleinanzeigen: In einigen Regionen gibt es lokale House-Sitting-Plattformen oder Kleinanzeigenportale, auf denen House-Sitting-Jobs angeboten werden.

Erfahrung sammeln und Bewertungen erhalten: Je mehr positive Bewertungen und Referenzen Sie sammeln, desto attraktiver werden Sie für zukünftige House-Sitting-Aufträge. Erfüllen Sie Ihre Aufgaben zuverlässig und zur Zufriedenheit der Hausbesitzer, um gute Bewertungen zu erhalten.

Auf Instagram lassen die beiden ihre Follower an ihrem         Das Making-of-Video bietet einen Blick hinter die Kulissen,

neuen Projekt teilhaben:                                                              wie diese Multimedia-Geschichte entstanden ist:

So kamen die beiden zum Influencen

Nach einer Weltreise im Jahr 2012, die sie einmal rund um den Globus führte, fassten sie 2017 den Entschluss, in der Schweiz alles aufzugeben. Sie wollten in einer Tour mit ihrem ersten Camper Karl in alle 47 europäischen Länder reisen. 45 Länder haben sie geschafft, zwei fehlen noch.

Im persönlichen Gespräche sagen beide, dass sie am Anfang niemals mit dem heutigen Erfolg gerechnet hätten. Dabei haben sie klein und aus Freude am Campen angefangen. «Als wir uns im Jahr 2016 am Strand von Malaga für den Schritt entschieden haben, einen Reisevlog aufzubauen, haben wir noch nicht daran gedacht, wie gross unser Kanal und die Marke ‹comewithus2› werden würden,» sagt Lui Eigenmann, ehe seine Partnerin ergänzt, dass beide den Schritt in die Öffentlichkeit bisher nicht bereuen. Auf Instagram folgen den beiden mittlerweile mehr als 10'000 campinginteressierte Follower. Auf YouTube sind es sogar über 40'000. mehr am ende

Eine neue Rolle für die beiden

Nach knapp drei Jahren unterwegs siedelten die beiden Hinterthurgauer wieder in die Schweiz über und bauten ihren zwölf Quadratmeter grossen Camper Maja in Eigenregie um. Seither ist das Paar in die Rollen als Referenten, Autoren, Influencer, Contentcreator und Werbebotschafter geschlüpft. Mitte des vergangenen Jahres starteten sie erneut ins Vollzeit-Vanlife und erkunden weiterhin Europa. Nach einem Aufenthalt im letzten Winter in Lappland ging es für die beiden zum Jahresbeginn in das Abenteuer Housesitting.

Das neuste Projekt haben die zwei auch auf ihrem Youtube-Kanal vorgestellt: 

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